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Samstag, 27. Oktober 2007
Eulenpost ist leiser...
tobi-wan, 20:40h
Heute gibt es an dieser Stelle mal keine Kurzgeschichte, sondern ausnahmsweise ein Beispiel für absurde Alltags-Geschehnisse:
Es ist Samstag Morgen, so gegen halb Neun, und ich sowie der Rest der Familie liegen friedlich schlummernd in ihren Betten.
Die morgendliche Idylle wird jäh gestört, als es lautstark an der Haustür klopft, viele Male hintereinander, immer energischer. Ich stehe mit dem Gedanken auf, dass unsere Nachbarn dringend unsere Hilfe benötigen, etwa weil Außerirdische mit einer Invasion der Erde begonnen haben. Auf der Treppe höre ich plötzlich, wie die Person vor der Tür laut eine Person ruft, die hier ganz bestimmt nicht wohnt:
Harry Potter! Harry Potter!
Trotz der gewaltigen Stimme und Statur war der Typ vor der Tür nicht Hagrid, sondern der Postbote, und er brachte ein Exemplar der deutschen Ausgabe vom letzten Harry Potter Band, die sich mein Bruder bestellt hatte (ich habe die englische gelesen, gleich am Erscheinungstag).
Ich konnte deswegen für eine Stunde nicht mehr einschlafen, weil ich dieses Ereignis zum Anlass nahm, intensiv darüber nachzudenken, ob Zauberer beim Sex Magie benutzen oder nicht...
Es ist Samstag Morgen, so gegen halb Neun, und ich sowie der Rest der Familie liegen friedlich schlummernd in ihren Betten.
Die morgendliche Idylle wird jäh gestört, als es lautstark an der Haustür klopft, viele Male hintereinander, immer energischer. Ich stehe mit dem Gedanken auf, dass unsere Nachbarn dringend unsere Hilfe benötigen, etwa weil Außerirdische mit einer Invasion der Erde begonnen haben. Auf der Treppe höre ich plötzlich, wie die Person vor der Tür laut eine Person ruft, die hier ganz bestimmt nicht wohnt:
Harry Potter! Harry Potter!
Trotz der gewaltigen Stimme und Statur war der Typ vor der Tür nicht Hagrid, sondern der Postbote, und er brachte ein Exemplar der deutschen Ausgabe vom letzten Harry Potter Band, die sich mein Bruder bestellt hatte (ich habe die englische gelesen, gleich am Erscheinungstag).
Ich konnte deswegen für eine Stunde nicht mehr einschlafen, weil ich dieses Ereignis zum Anlass nahm, intensiv darüber nachzudenken, ob Zauberer beim Sex Magie benutzen oder nicht...
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Samstag, 20. Oktober 2007
Sonnenstrahlen auf dem sinkenden Schiff
tobi-wan, 21:37h
Es begann mit diesem dumpfen Kreischen, als würden irgendwo weit entfernt sehr viele Fingernägel auf sehr vielen Tafeln entlang kratzen.
Das ließ viele Gäste erschreckt aufgucken, aber niemand wusste sofort, dass die linke hintere Schiffshälfte ein Leck bekommen hatte.
Niemand außer mir.
Ich aber scherte mich nicht weiter darum, obwohl ich die Folgen kannte. Wir waren alleine inmitten des Atlantiks, bis Rettung kam würde die Mehrzahl der Passagiere im Wasser ertrunken oder erfroren sein. Davon wollte ich mir den Tag nicht verderben lassen, zumal doch die Sonne so wunderbar schien. Ich entschied mich dafür, dass es an der Zeit war, diesen Tag mit einem Spaziergang an Deck zu würdigen. Um mich herum begannen die ersten Leute damit, panisch und planlos in der Gegend herumzulaufen, als könnten sie so ihrem Schicksal entfliehen. Ich wurde dadurch in meinem Spaziergang behindert, und deswegen verärgerte es mich ein wenig.
Endlich am Bug angekommen, trotz der vielen Menschen in meinem Weg, konnte ich spüren, wie sich das Schiff in Richtung Meeresgrund bewegte. Da sich das Heck zuerst mit Wasser füllte, würde ich am Bug bald für einen kurzen Moment eine hervorragende Aussicht auf den Ozean haben.
Neben mir war ein Mann so von der Angst gepackt worden, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah, als über die Reling zu springen.
Ich beobachtete seinen Sturz zwar nicht, hörte aber, wie er auf der Wasseroberfläche aufschlug.
Das Schiff sank weiter, und ich wendete meinen Blick wieder der Sonne zu, die langsam damit begonnen hatte, am Horizont ins Meer zu tauchen, wie in einem Wettstreit mit dem Schiff.
Einige Passagiere hatten das Glück, Platz auf einem der Rettungsboote zu ergattern, von denen es zu wenige gab.
So entbrannten schon bald Kämpfe um die letzten Rettungsboote, bei denen sich besonders die Herrschaften aus der ersten Klasse ohne Rücksicht auf ihre feinen Anzüge oder Kleider gegenseitig an die Gurgel gingen. Ich betrachtete das Schauspiel von meinem Platz am Bug mit zunehmender Belustigung. Das fiel mir aber deswegen immer schwerer, weil nun der eben angedeutete Fall eintrat, in dem das Heck schon lange unter Wasser war und sich somit der Bug mehr und mehr in Richtung einer senkrechten Position zur Wasseroberfläche bewegte. Folglich endeten auch die Kämpfe um die letzten Plätze auf den Rettungsbooten auf eine Weise, deren Beschreibung ich mir sparen möchte. Und dann kam er, der Moment, auf den ich mich gefreut hatte:
Ich, fast alleine, ganz oben mit beiden Händen und aller Kraft am Geländer festhaltend, und vor mir eine wunderschöne Sonne, die im Meer verschwand und den Wettkampf mit dem Schiff knapp gewann.
Das ließ viele Gäste erschreckt aufgucken, aber niemand wusste sofort, dass die linke hintere Schiffshälfte ein Leck bekommen hatte.
Niemand außer mir.
Ich aber scherte mich nicht weiter darum, obwohl ich die Folgen kannte. Wir waren alleine inmitten des Atlantiks, bis Rettung kam würde die Mehrzahl der Passagiere im Wasser ertrunken oder erfroren sein. Davon wollte ich mir den Tag nicht verderben lassen, zumal doch die Sonne so wunderbar schien. Ich entschied mich dafür, dass es an der Zeit war, diesen Tag mit einem Spaziergang an Deck zu würdigen. Um mich herum begannen die ersten Leute damit, panisch und planlos in der Gegend herumzulaufen, als könnten sie so ihrem Schicksal entfliehen. Ich wurde dadurch in meinem Spaziergang behindert, und deswegen verärgerte es mich ein wenig.
Endlich am Bug angekommen, trotz der vielen Menschen in meinem Weg, konnte ich spüren, wie sich das Schiff in Richtung Meeresgrund bewegte. Da sich das Heck zuerst mit Wasser füllte, würde ich am Bug bald für einen kurzen Moment eine hervorragende Aussicht auf den Ozean haben.
Neben mir war ein Mann so von der Angst gepackt worden, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah, als über die Reling zu springen.
Ich beobachtete seinen Sturz zwar nicht, hörte aber, wie er auf der Wasseroberfläche aufschlug.
Das Schiff sank weiter, und ich wendete meinen Blick wieder der Sonne zu, die langsam damit begonnen hatte, am Horizont ins Meer zu tauchen, wie in einem Wettstreit mit dem Schiff.
Einige Passagiere hatten das Glück, Platz auf einem der Rettungsboote zu ergattern, von denen es zu wenige gab.
So entbrannten schon bald Kämpfe um die letzten Rettungsboote, bei denen sich besonders die Herrschaften aus der ersten Klasse ohne Rücksicht auf ihre feinen Anzüge oder Kleider gegenseitig an die Gurgel gingen. Ich betrachtete das Schauspiel von meinem Platz am Bug mit zunehmender Belustigung. Das fiel mir aber deswegen immer schwerer, weil nun der eben angedeutete Fall eintrat, in dem das Heck schon lange unter Wasser war und sich somit der Bug mehr und mehr in Richtung einer senkrechten Position zur Wasseroberfläche bewegte. Folglich endeten auch die Kämpfe um die letzten Plätze auf den Rettungsbooten auf eine Weise, deren Beschreibung ich mir sparen möchte. Und dann kam er, der Moment, auf den ich mich gefreut hatte:
Ich, fast alleine, ganz oben mit beiden Händen und aller Kraft am Geländer festhaltend, und vor mir eine wunderschöne Sonne, die im Meer verschwand und den Wettkampf mit dem Schiff knapp gewann.
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Freitag, 12. Oktober 2007
Kleinigkeiten
tobi-wan, 17:24h
„Ihr Hobby ist merkwürdig“.
Das sagt jedenfalls die Mehrzahl der Leute, die sie kennt.
Es findet sich nichts Perverses daran, soviel steht fest.
Aber seit wann muss eine Tätigkeit abartig sein, um von den Menschen mit dem selben verzogenen Gesichtsausdruck bedacht zu werden, wie etwas, das diese Mimik wirklich verdient?
Anders muss dieses Hobby sein, schon ziehen die Leute ihre Augenbrauen nach oben.
Sie taten es, wenn sie von ihrem Hobby erzählte.
„Ich filme.“
„Aha, und was?“
„Dinge, die sonst vergessen werden. Eine Plastiktüte, welche vom Wind hin und her gerissen wird. Von den Blättern tropfender Tau, oder Butterblumen auf einer Waldwiese.“
„Soso…“
Die Filme landeten auf DVDs, und da es so viele waren, nahmen sie den größten Platz in den Regalen ihres Zimmers ein. Der Überblick hätte leicht verloren gehen können, also musste sie die DVDs beschriften.
Dabei gab sie sich besonders viel Mühe, schrieb manchmal sogar kleine Gedichte auf die Cover, passend zum jeweiligen Inhalt.
Oft tat sie das mit vor Aufregung zitternder Hand.
Beim Anschauen der Filme saß sie dann alleine auf ihrer Couch.
„Du verschwendest Deine Zeit, indem Du diese unwesentlichen Dinge filmst.
Mach doch keinen solchen Aufriss wegen Sachen, die niemanden bewegen!“
Sie aber hörte nicht auf diese Stimmen und ging weiter ihrem Hobby nach, denn es bewegte sie sehr wohl.
Das sagt jedenfalls die Mehrzahl der Leute, die sie kennt.
Es findet sich nichts Perverses daran, soviel steht fest.
Aber seit wann muss eine Tätigkeit abartig sein, um von den Menschen mit dem selben verzogenen Gesichtsausdruck bedacht zu werden, wie etwas, das diese Mimik wirklich verdient?
Anders muss dieses Hobby sein, schon ziehen die Leute ihre Augenbrauen nach oben.
Sie taten es, wenn sie von ihrem Hobby erzählte.
„Ich filme.“
„Aha, und was?“
„Dinge, die sonst vergessen werden. Eine Plastiktüte, welche vom Wind hin und her gerissen wird. Von den Blättern tropfender Tau, oder Butterblumen auf einer Waldwiese.“
„Soso…“
Die Filme landeten auf DVDs, und da es so viele waren, nahmen sie den größten Platz in den Regalen ihres Zimmers ein. Der Überblick hätte leicht verloren gehen können, also musste sie die DVDs beschriften.
Dabei gab sie sich besonders viel Mühe, schrieb manchmal sogar kleine Gedichte auf die Cover, passend zum jeweiligen Inhalt.
Oft tat sie das mit vor Aufregung zitternder Hand.
Beim Anschauen der Filme saß sie dann alleine auf ihrer Couch.
„Du verschwendest Deine Zeit, indem Du diese unwesentlichen Dinge filmst.
Mach doch keinen solchen Aufriss wegen Sachen, die niemanden bewegen!“
Sie aber hörte nicht auf diese Stimmen und ging weiter ihrem Hobby nach, denn es bewegte sie sehr wohl.
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Dienstag, 9. Oktober 2007
Ich und meine Kette
tobi-wan, 00:57h
Als ich geboren wurde, unterschied ich mich in vielen Punkten von den Menschen meiner Umgebung.
Der sonderbarste von ihnen bestand nicht in meinem Aussehen oder meiner Herkunft, wohl aber in einer langen und schweren Kette, die mir um den Fuß gebunden wurde.
Ich erinnere mich noch, wie mich die anderen Kinder deswegen mit abwertenden Blicken betrachteten oder nicht wollten, dass ich mit auf das Klettergerüst stieg. Sie verstanden genauso wenig wie ich, warum ich eine Kette hinter mir her zog, oder wer sie mir umgebunden hatte. Ihre Abneigung begründete sich auch weniger aus der bloßen Existenz der Kette, sondern viel mehr aus der Art, wie sie mich behinderte. Es versteht sich von selbst, dass ich niemals so schnell rennen konnte wie die anderen. Überhaupt brauchte ich für jede Tätigkeit, die mit Bewegungen zu tun hatte, länger als sie.
Sicher, mit der Zeit setzte eine Gewöhnung ein, da sich mir einfach keine Möglichkeit bot, die Kette loszuwerden. Diese Gewöhnung bestand darin, nicht mehr an die Kette zu denken.
Dennoch: Oft genug wurde ich wieder an sie erinnert. Besonders, wenn ich wegen ihr irgendwo hängen blieb, oder nicht schnell genug voran kam. Dann drängte sie mit einem Knall zurück in mein Bewusstsein und wurde plötzlich noch schwerer als zuvor.
Deswegen beschloss ich irgendwann, sie einfach unter meiner Kleidung zu verstecken.
So würde ich sie zwar nicht loswerden, aber immerhin konnte sie jetzt von niemand anderem mehr gesehen werden. Sie war noch genauso schwer wie immer, doch ich wurde nicht mehr auf sie angesprochen.
Wenn ich umfiel oder zu langsam war, dann wusste niemand mehr, woran es lag. Ich denke, dieser Schritt war notwendig, um in meiner Umgebung zu überleben. Ich weiß, dass ich bis zum Tod an die Kette gebunden sein werde und bin jetzt der einzige, der diese Wahrheit mit sich herum trägt.
Der sonderbarste von ihnen bestand nicht in meinem Aussehen oder meiner Herkunft, wohl aber in einer langen und schweren Kette, die mir um den Fuß gebunden wurde.
Ich erinnere mich noch, wie mich die anderen Kinder deswegen mit abwertenden Blicken betrachteten oder nicht wollten, dass ich mit auf das Klettergerüst stieg. Sie verstanden genauso wenig wie ich, warum ich eine Kette hinter mir her zog, oder wer sie mir umgebunden hatte. Ihre Abneigung begründete sich auch weniger aus der bloßen Existenz der Kette, sondern viel mehr aus der Art, wie sie mich behinderte. Es versteht sich von selbst, dass ich niemals so schnell rennen konnte wie die anderen. Überhaupt brauchte ich für jede Tätigkeit, die mit Bewegungen zu tun hatte, länger als sie.
Sicher, mit der Zeit setzte eine Gewöhnung ein, da sich mir einfach keine Möglichkeit bot, die Kette loszuwerden. Diese Gewöhnung bestand darin, nicht mehr an die Kette zu denken.
Dennoch: Oft genug wurde ich wieder an sie erinnert. Besonders, wenn ich wegen ihr irgendwo hängen blieb, oder nicht schnell genug voran kam. Dann drängte sie mit einem Knall zurück in mein Bewusstsein und wurde plötzlich noch schwerer als zuvor.
Deswegen beschloss ich irgendwann, sie einfach unter meiner Kleidung zu verstecken.
So würde ich sie zwar nicht loswerden, aber immerhin konnte sie jetzt von niemand anderem mehr gesehen werden. Sie war noch genauso schwer wie immer, doch ich wurde nicht mehr auf sie angesprochen.
Wenn ich umfiel oder zu langsam war, dann wusste niemand mehr, woran es lag. Ich denke, dieser Schritt war notwendig, um in meiner Umgebung zu überleben. Ich weiß, dass ich bis zum Tod an die Kette gebunden sein werde und bin jetzt der einzige, der diese Wahrheit mit sich herum trägt.
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Freitag, 28. September 2007
Hallo Delilah…
tobi-wan, 02:32h
Ich hoffe, dass es Dir gut geht.
1000 Kilometer hört sich viel an, ich weiß.
Aber wir können reden und uns schreiben, so oft es geht.
Ich komponiere Lieder für Dich, nehme sie auf und schicke sie Dir rüber. Jedes Lied drückt so viel mehr aus als ich Dir an dieser Stelle schreiben kann.
Mach Deine Augen zu, lehne Dich zurück und höre nur auf meine Stimme. Ist es nicht so, als würde ich neben Dir stehen und in Dein Ohr flüstern?
In zwei Jahren bist Du mit der Schule fertig und ich kann die Rechnungen mit meiner Gitarre bezahlen.
Dann führen wir zusammen das Leben, von dem wir jetzt nur träumen können.
Noch lachen unsere Freunde, doch ich mache ihnen keinen Vorwurf.
Sie wissen einfach nicht, was wir fühlen.
Delilah, ich werde Dich so oft besuchen wie es geht.
1000 Kilometer sind viel, ich weiß, aber es gibt Flugzeuge, Züge, Autos, und notfalls laufe ich.
Ich weiß, dass sich all das lohnt, glaube mir, denn es gibt einen einfachen, doch wunderschönen Grund:
Ich liebe Dich.
Re: Hallo Delilah…
hey du na wie gehtz?? also, schule is besser, als ich vorher gedacht habe weißt ja hab mir sorgn gemacht. naja, haben doch lange drüber geredet und so. lerne hier viele neue leute kennen manche sind schon crasy drauf aber eigentlich alle nett besonders basti…
jedenfalls danke für dein lied das gefällt mir gut genauso wie überhaupt dene ganze mail, süß von dir. finde es auch voll gut wenn wir uns weiter schreiben aber weißt du ich hab nachgdacht und finde unsere beziehung kann so einfach nicht klappen weil die entfernung ist einfach zu groß. sei mir bitte nicht böse ich mag dich total auch weiterhin und es ist cool wenn du mich mal besuchn kommst da freu ich mich. hoffentlich kannst du damit umgehen und nochmal echt geiles lied
lg
delilah
1000 Kilometer hört sich viel an, ich weiß.
Aber wir können reden und uns schreiben, so oft es geht.
Ich komponiere Lieder für Dich, nehme sie auf und schicke sie Dir rüber. Jedes Lied drückt so viel mehr aus als ich Dir an dieser Stelle schreiben kann.
Mach Deine Augen zu, lehne Dich zurück und höre nur auf meine Stimme. Ist es nicht so, als würde ich neben Dir stehen und in Dein Ohr flüstern?
In zwei Jahren bist Du mit der Schule fertig und ich kann die Rechnungen mit meiner Gitarre bezahlen.
Dann führen wir zusammen das Leben, von dem wir jetzt nur träumen können.
Noch lachen unsere Freunde, doch ich mache ihnen keinen Vorwurf.
Sie wissen einfach nicht, was wir fühlen.
Delilah, ich werde Dich so oft besuchen wie es geht.
1000 Kilometer sind viel, ich weiß, aber es gibt Flugzeuge, Züge, Autos, und notfalls laufe ich.
Ich weiß, dass sich all das lohnt, glaube mir, denn es gibt einen einfachen, doch wunderschönen Grund:
Ich liebe Dich.
Re: Hallo Delilah…
hey du na wie gehtz?? also, schule is besser, als ich vorher gedacht habe weißt ja hab mir sorgn gemacht. naja, haben doch lange drüber geredet und so. lerne hier viele neue leute kennen manche sind schon crasy drauf aber eigentlich alle nett besonders basti…
jedenfalls danke für dein lied das gefällt mir gut genauso wie überhaupt dene ganze mail, süß von dir. finde es auch voll gut wenn wir uns weiter schreiben aber weißt du ich hab nachgdacht und finde unsere beziehung kann so einfach nicht klappen weil die entfernung ist einfach zu groß. sei mir bitte nicht böse ich mag dich total auch weiterhin und es ist cool wenn du mich mal besuchn kommst da freu ich mich. hoffentlich kannst du damit umgehen und nochmal echt geiles lied
lg
delilah
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Montag, 24. September 2007
Klartext
tobi-wan, 02:24h
Liebe Leser,
der nachfolgende Text enthält ein paar schlimme Wörter.
Das muss er, damit meine Seite bei Google öfter gefunden wird.
Dennoch ist mir klar, dass er einigen Personen – freundlich ausgedrückt - missfallen könnte.
Deswegen entschuldige ich mich hier und jetzt für jedes schlimme Wort im Text ein Mal:
Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung und Entschuldigung!
Was für eine geschmackliche Entgleisung, wirklich unterstes Niveau!
Wie kann so etwas bei einer solch guten Erziehung passieren?
Ich bin echt von mir selber enttäuscht…
Klartext
Als er die Küche betrat, saß sie bereits am Tisch.
„Guten Morgen Schatz“, begrüßte er sie, „wie hast Du geschlafen?“
Sie lächelte ein wenig hinter ihrer Zeitung hervor.
„Ach weißt Du, dafür, dass Du gestern mal wieder keinen hoch bekommen hast, eigentlich ganz gut.“
Auch er musste grinsen.
„Was soll ich machen? Eine Brust-OP lehnst Du ab, und den Speck um die Hüfte kann ich nicht übersehen, selbst wenn ich mir Mühe geben würde…Scheiße, das turnt mich einfach ab.“
Sie senkte die Zeitung und grinste ihn an.
„Das weiß ich doch Schatz, ich bin Dir auch gar nicht böse.
Ich meine, selbst als Du mich noch gevögelt hast, habe ich Dir immer nur was vorgespielt. Du bist einfach ne Niete im Bett, das wissen wir doch beide. Reichst Du mir mal bitte die Butter?“
Er kam ihrer Bitte nach.
„Naja, ich habe mich nie angestrengt, wozu auch?
Meine Sekretärin ist Dir weit überlegen, und vor allem macht sie alle Sachen, die mit Dir nicht gehen…Die Marmelade ist gut, wo hast Du die her?“
Sie überlegte einen Moment, bevor sie ihm eine Antwort gab.
„Warte mal, die hat mir doch Tina empfohlen, die Freundin von Basti. Musst` mir Bescheid sagen, falls ihr wieder Pokern wollt. Wenn er früh rausfliegt, dann lass ich`s mir von ihm nochmal in unserem Schlafzimmer besorgen. Er ist gut, verdammt, er ist richtig gut.
Aber bevor ich`s vergesse: Wann sind wir nochmal bei Deinen Eltern eingeladen?“
Nun war er es, der überlegte, während sie einen Schluck Kaffee trank.
„Diesen Samstag, würde ich sagen, warum?“
Er sah sie fragend an.
„Weißt Du, eigentlich habe ich Dich das nur gefragt, um irgendwas zu fragen. Ich komme so oder so nicht mit. Glaubst Du, ich möchte mir langweilige Klatschgeschichten anhören oder mit Deinen genauso ungebildeten wie strohdummen Eltern über die Neueröffnung von Edeka reden?
Scheiße, wann sterben die endlich?“
Sie bekam keine Antwort, weil er mit seinen Gedanken woanders war.
Viele würden ihre Beziehung vermutlich als krank bezeichnen, und das könnte noch ein Euphemismus sein. Dennoch, selbst der härteste Kritiker muss zugeben, dass diese Beziehung zumindest eines ist:
Ehrlich.
der nachfolgende Text enthält ein paar schlimme Wörter.
Das muss er, damit meine Seite bei Google öfter gefunden wird.
Dennoch ist mir klar, dass er einigen Personen – freundlich ausgedrückt - missfallen könnte.
Deswegen entschuldige ich mich hier und jetzt für jedes schlimme Wort im Text ein Mal:
Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung und Entschuldigung!
Was für eine geschmackliche Entgleisung, wirklich unterstes Niveau!
Wie kann so etwas bei einer solch guten Erziehung passieren?
Ich bin echt von mir selber enttäuscht…
Klartext
Als er die Küche betrat, saß sie bereits am Tisch.
„Guten Morgen Schatz“, begrüßte er sie, „wie hast Du geschlafen?“
Sie lächelte ein wenig hinter ihrer Zeitung hervor.
„Ach weißt Du, dafür, dass Du gestern mal wieder keinen hoch bekommen hast, eigentlich ganz gut.“
Auch er musste grinsen.
„Was soll ich machen? Eine Brust-OP lehnst Du ab, und den Speck um die Hüfte kann ich nicht übersehen, selbst wenn ich mir Mühe geben würde…Scheiße, das turnt mich einfach ab.“
Sie senkte die Zeitung und grinste ihn an.
„Das weiß ich doch Schatz, ich bin Dir auch gar nicht böse.
Ich meine, selbst als Du mich noch gevögelt hast, habe ich Dir immer nur was vorgespielt. Du bist einfach ne Niete im Bett, das wissen wir doch beide. Reichst Du mir mal bitte die Butter?“
Er kam ihrer Bitte nach.
„Naja, ich habe mich nie angestrengt, wozu auch?
Meine Sekretärin ist Dir weit überlegen, und vor allem macht sie alle Sachen, die mit Dir nicht gehen…Die Marmelade ist gut, wo hast Du die her?“
Sie überlegte einen Moment, bevor sie ihm eine Antwort gab.
„Warte mal, die hat mir doch Tina empfohlen, die Freundin von Basti. Musst` mir Bescheid sagen, falls ihr wieder Pokern wollt. Wenn er früh rausfliegt, dann lass ich`s mir von ihm nochmal in unserem Schlafzimmer besorgen. Er ist gut, verdammt, er ist richtig gut.
Aber bevor ich`s vergesse: Wann sind wir nochmal bei Deinen Eltern eingeladen?“
Nun war er es, der überlegte, während sie einen Schluck Kaffee trank.
„Diesen Samstag, würde ich sagen, warum?“
Er sah sie fragend an.
„Weißt Du, eigentlich habe ich Dich das nur gefragt, um irgendwas zu fragen. Ich komme so oder so nicht mit. Glaubst Du, ich möchte mir langweilige Klatschgeschichten anhören oder mit Deinen genauso ungebildeten wie strohdummen Eltern über die Neueröffnung von Edeka reden?
Scheiße, wann sterben die endlich?“
Sie bekam keine Antwort, weil er mit seinen Gedanken woanders war.
Viele würden ihre Beziehung vermutlich als krank bezeichnen, und das könnte noch ein Euphemismus sein. Dennoch, selbst der härteste Kritiker muss zugeben, dass diese Beziehung zumindest eines ist:
Ehrlich.
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Montag, 17. September 2007
Lüg mich an!
tobi-wan, 02:05h
Die Zeit drängte, denn um Neun sollte die Party beginnen.
„Schatz, freust Du Dich schon?“
Sie stand gerade im Badezimmer und musste daher zurückrufen, damit ihr Mann sie verstand.
„Klar. Wird bestimmt witzig.
Lust verspürte sie wenig, schließlich waren das alles Freunde von ihm.
„Ich meine, das sind zwar alles eher meine Leute, aber letzte Mal hast Du Dich doch auch gut amüsiert…“
Sie steckte sich die Haare hoch, entschied sich aber sofort danach doch für eine offene Frisur.
„Ja, war total lustig….“
…wie sie den Abend auf der Couch gesessen hatte und den aufdringlichen Tobias abwehren musste, während sich ihr Mann und seine Kumpels im Suff die alten Geschichten von der Uni erzählten.
Bei diesem Gedanken fiel ihre Wahl auf einen Zopf, und das schulterfreie Top wich dem Pullover.
„Weißt Du, wenn Du lieber hierbleiben oder was anderes machen willst, dann würde ich das auch verstehen…“
Die Schminke verschwand wieder im Spiegelschränkchen.
„Nee, ist schon in Ordnung. Ich komm` gerne mit.“
Plötzlich stand er in der Tür und sah sie an.
„Wirklich Schatz?“
Sie drehte sich um.
„Aber natürlich.“
Er ging auf sie zu und küsste sie.
„Wie sehe ich aus?“
Sein Zögern war kaum merklich.
„Fantastisch Schatz. Wie immer.“
„Schatz, freust Du Dich schon?“
Sie stand gerade im Badezimmer und musste daher zurückrufen, damit ihr Mann sie verstand.
„Klar. Wird bestimmt witzig.
Lust verspürte sie wenig, schließlich waren das alles Freunde von ihm.
„Ich meine, das sind zwar alles eher meine Leute, aber letzte Mal hast Du Dich doch auch gut amüsiert…“
Sie steckte sich die Haare hoch, entschied sich aber sofort danach doch für eine offene Frisur.
„Ja, war total lustig….“
…wie sie den Abend auf der Couch gesessen hatte und den aufdringlichen Tobias abwehren musste, während sich ihr Mann und seine Kumpels im Suff die alten Geschichten von der Uni erzählten.
Bei diesem Gedanken fiel ihre Wahl auf einen Zopf, und das schulterfreie Top wich dem Pullover.
„Weißt Du, wenn Du lieber hierbleiben oder was anderes machen willst, dann würde ich das auch verstehen…“
Die Schminke verschwand wieder im Spiegelschränkchen.
„Nee, ist schon in Ordnung. Ich komm` gerne mit.“
Plötzlich stand er in der Tür und sah sie an.
„Wirklich Schatz?“
Sie drehte sich um.
„Aber natürlich.“
Er ging auf sie zu und küsste sie.
„Wie sehe ich aus?“
Sein Zögern war kaum merklich.
„Fantastisch Schatz. Wie immer.“
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Montag, 10. September 2007
Deine Freundin (wäre mir zu anstrengend)
tobi-wan, 02:51h
Das Ende der Party lag eine Stunde zurück, mittlerweile lugten die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont. Er saß auf einer Bank nahe der Bushaltestelle, sie ging vor ihm auf und ab.
Schnelle Schritte zeugten von Unruhe, die sie alsbald auch verbal äußerte.
„Wir hätten das Auto nehmen sollen, dann müsste ich mir hier jetzt nicht den Arsch abfrieren.“
Der Vorwurf klang deutlich aus ihrer Stimme hervor.
Er sah auf und grinste.
„Du hast Recht, nächstes Mal machen wir das so. Dann trinke ich eben nichts.“
In Wahrheit hatte er seiner Freundin mehrmals angeboten, mit dem Auto zu fahren. Sie war dagegen gewesen („Zu einer Party kommt man mit dem Bus!“).
Rasch breitete sich Müdigkeit in ihm aus.
Dennoch: Ein Blick nach oben, entlang wunderbar abgestimmter weiblicher Rundungen, und schon verflog sie wieder.
Und erst diese leicht gelockten Haare, wie sie ihrem hübschen und ausdrucksstarken Gesicht den richtigen Rahmen gaben…
„Ich sollte sie öfters von vorne betrachten“, dachte er.
Nach einigen Sekunden kehrte seine Sprache zurück.
„War cool heute. Tolle Stimmung, alle meine Freunde da…“
Plötzlich blieb sie stehen.
„Also so toll fand ich´s nicht. Deine Freunde sind irgendwie so…langweilig…ich weiß auch nicht…ich finde keinen richtigen Zugang zu denen…“
(„Schatz, Du musst echt nicht mitkommen, wenn Du nicht willst…“)
Ein weiterer Blick nach oben, diesmal einige Zentimeter unterhalb des Halses gestoppt.
Er grinste weiter.
„Ok, nächstes Mal machen wir gleich, was Du willst.“
Sie drehte sich um, hatte ihn kaum gehört.
„Der Bus kommt. Wird auch Zeit. Einen Moment länger, und ich wäre erfroren.“
Er stand auf und nahm sie in den Arm.
„Ich liebe Dich.“
Er meinte es ernst.
Anmerkung: Der Titel stammt von einem Lied aus dem neuen Album der
besten Band der Welt.
Schnelle Schritte zeugten von Unruhe, die sie alsbald auch verbal äußerte.
„Wir hätten das Auto nehmen sollen, dann müsste ich mir hier jetzt nicht den Arsch abfrieren.“
Der Vorwurf klang deutlich aus ihrer Stimme hervor.
Er sah auf und grinste.
„Du hast Recht, nächstes Mal machen wir das so. Dann trinke ich eben nichts.“
In Wahrheit hatte er seiner Freundin mehrmals angeboten, mit dem Auto zu fahren. Sie war dagegen gewesen („Zu einer Party kommt man mit dem Bus!“).
Rasch breitete sich Müdigkeit in ihm aus.
Dennoch: Ein Blick nach oben, entlang wunderbar abgestimmter weiblicher Rundungen, und schon verflog sie wieder.
Und erst diese leicht gelockten Haare, wie sie ihrem hübschen und ausdrucksstarken Gesicht den richtigen Rahmen gaben…
„Ich sollte sie öfters von vorne betrachten“, dachte er.
Nach einigen Sekunden kehrte seine Sprache zurück.
„War cool heute. Tolle Stimmung, alle meine Freunde da…“
Plötzlich blieb sie stehen.
„Also so toll fand ich´s nicht. Deine Freunde sind irgendwie so…langweilig…ich weiß auch nicht…ich finde keinen richtigen Zugang zu denen…“
(„Schatz, Du musst echt nicht mitkommen, wenn Du nicht willst…“)
Ein weiterer Blick nach oben, diesmal einige Zentimeter unterhalb des Halses gestoppt.
Er grinste weiter.
„Ok, nächstes Mal machen wir gleich, was Du willst.“
Sie drehte sich um, hatte ihn kaum gehört.
„Der Bus kommt. Wird auch Zeit. Einen Moment länger, und ich wäre erfroren.“
Er stand auf und nahm sie in den Arm.
„Ich liebe Dich.“
Er meinte es ernst.
Anmerkung: Der Titel stammt von einem Lied aus dem neuen Album der
besten Band der Welt.
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Dienstag, 4. September 2007
Eine einfache komplizierte Frage – Der Tragödie zweiter Teil
tobi-wan, 01:49h
Sie sah ihm direkt in die Augen, doch lange hielt er ihrem Blick nicht stand. Schnell wandte er sich ab und setzte ein nervöses Lächeln auf. In diesem Moment ahnte sie bereits, wie seine Antwort aussehen würde.
„Hallo, schön Dich mal wieder zu sehen. Komm doch rein.“
Beide hatten sich seit etwa drei Jahren nicht getroffen.
Entsprechend überrascht war er, als sie ihn vorgestern anrief und ihm mit merkwürdig erstickter Stimme mitteilte, dass sie ihn treffen wolle. Ihre früheren Anrufe weckten in ihm jedes Mal ein schwer zu beschreibendes Gefühl, eine merkwürdige Mischung aus Vorfreude und ein wenig Angst. Der letzte Anruf aber brachte ihn nur dazu, seine rechte Augenbraue ein kleines bisschen in die Höhe zu ziehen.
Wo war das Mädchen geblieben, für das er einmal Gefühle empfunden hatte, die man nicht in Worte fassen, sondern nur selber erleben kann?
Ihre Haare trug sie ein wenig länger als früher, und die blonden Strähnchen fand er hübsch. Mochte sich auch ihr Kleidungsstil leicht verändert haben, kniff sie doch noch immer ihre Augen auf diese eigentümliche Art zusammen, wenn sie lachte.
Er nahm zu Kenntnis, dass er all dies nicht vergessen hatte.
Als sie ihm so gegenüber saß, die Beine überschlagen, das rechte über dem linken, wie früher, und ihm erzählte, was sie in den letzten drei Jahren erlebt hatte, da dachte er zum ersten Mal wieder daran, wie sie auseinander gegangen waren.
Man kann es kurz machen, und in einem Satz zusammenfassen:
Er dachte an Liebe, sie an Freundschaft.
Sie waren offen zueinander, und er wollte das mit der Freundschaft wirklich versuchen, seine Gefühle einschließen, um weiter in ihrer Nähe zu bleiben. Doch er konnte sie einfach nicht ertragen, die Männer, die sie ihm vorzog. Die er vom Sehen immer nur flüchtig, vom Charakter her jedoch durch ihre Erzählungen kannte, wenn sie ihm mal wieder abends mit verweinten Augen davon berichtete, wer ihr gerade das Herz gebrochen hatte. Es waren wirklich nicht alles schlechte Kerle, das gab er zu, aber er hasste sie trotzdem, jeden einzelnen von ihnen. So musste er früher oder später den Entschluss fassen, die Stadt und vor allem ein Mädchen, das er liebte, zu verlassen, und zwar mit dem letzten Rest an verbleibendem Selbstwertgefühl.
Jetzt saß sie wieder vor ihm, und hatte soeben aufgehört, ihm zu berichten, was sie in den letzten drei Jahren erlebt hatte.
Dabei konnte ihm die Brüchigkeit in Stimme und Satzbau nicht entgehen.
Nun schaute sie ihn an, zum ersten Mal in seinem Leben mit dem erwartungsvollen Gesichtsausdruck, für den er einmal bereit gewesen war, sich einen Arm auszureißen.
Was sollte er erwidern?
Er wusste, was sie hören wollte.
Es war dasselbe, auf das er bei ihr immer gehofft hatte, auch wenn es nie einen Grund dazu gab.
Also fing er an, ihr von seinen letzten drei Jahren zu erzählen.
Hier war er so ausführlich, wie er nur sein konnte, ohne sie zu langweilen.
So verstrich der Abend.
Am Ende kam es ihr vor, als würde sie nun zum ersten Mal wirklich begreifen, wie er sich vor drei Jahren gefühlt hatte.
Er schloss die Wohnungstür, und obwohl er wusste, dass sie dahinter weinte, konnte er nichts gegen das Grinsen unternehmen, welches sich auf seinem Gesicht ausbreitete.
Der Tragödie erster Teil
Der Tragödie dritter Teil
„Hallo, schön Dich mal wieder zu sehen. Komm doch rein.“
Beide hatten sich seit etwa drei Jahren nicht getroffen.
Entsprechend überrascht war er, als sie ihn vorgestern anrief und ihm mit merkwürdig erstickter Stimme mitteilte, dass sie ihn treffen wolle. Ihre früheren Anrufe weckten in ihm jedes Mal ein schwer zu beschreibendes Gefühl, eine merkwürdige Mischung aus Vorfreude und ein wenig Angst. Der letzte Anruf aber brachte ihn nur dazu, seine rechte Augenbraue ein kleines bisschen in die Höhe zu ziehen.
Wo war das Mädchen geblieben, für das er einmal Gefühle empfunden hatte, die man nicht in Worte fassen, sondern nur selber erleben kann?
Ihre Haare trug sie ein wenig länger als früher, und die blonden Strähnchen fand er hübsch. Mochte sich auch ihr Kleidungsstil leicht verändert haben, kniff sie doch noch immer ihre Augen auf diese eigentümliche Art zusammen, wenn sie lachte.
Er nahm zu Kenntnis, dass er all dies nicht vergessen hatte.
Als sie ihm so gegenüber saß, die Beine überschlagen, das rechte über dem linken, wie früher, und ihm erzählte, was sie in den letzten drei Jahren erlebt hatte, da dachte er zum ersten Mal wieder daran, wie sie auseinander gegangen waren.
Man kann es kurz machen, und in einem Satz zusammenfassen:
Er dachte an Liebe, sie an Freundschaft.
Sie waren offen zueinander, und er wollte das mit der Freundschaft wirklich versuchen, seine Gefühle einschließen, um weiter in ihrer Nähe zu bleiben. Doch er konnte sie einfach nicht ertragen, die Männer, die sie ihm vorzog. Die er vom Sehen immer nur flüchtig, vom Charakter her jedoch durch ihre Erzählungen kannte, wenn sie ihm mal wieder abends mit verweinten Augen davon berichtete, wer ihr gerade das Herz gebrochen hatte. Es waren wirklich nicht alles schlechte Kerle, das gab er zu, aber er hasste sie trotzdem, jeden einzelnen von ihnen. So musste er früher oder später den Entschluss fassen, die Stadt und vor allem ein Mädchen, das er liebte, zu verlassen, und zwar mit dem letzten Rest an verbleibendem Selbstwertgefühl.
Jetzt saß sie wieder vor ihm, und hatte soeben aufgehört, ihm zu berichten, was sie in den letzten drei Jahren erlebt hatte.
Dabei konnte ihm die Brüchigkeit in Stimme und Satzbau nicht entgehen.
Nun schaute sie ihn an, zum ersten Mal in seinem Leben mit dem erwartungsvollen Gesichtsausdruck, für den er einmal bereit gewesen war, sich einen Arm auszureißen.
Was sollte er erwidern?
Er wusste, was sie hören wollte.
Es war dasselbe, auf das er bei ihr immer gehofft hatte, auch wenn es nie einen Grund dazu gab.
Also fing er an, ihr von seinen letzten drei Jahren zu erzählen.
Hier war er so ausführlich, wie er nur sein konnte, ohne sie zu langweilen.
So verstrich der Abend.
Am Ende kam es ihr vor, als würde sie nun zum ersten Mal wirklich begreifen, wie er sich vor drei Jahren gefühlt hatte.
Er schloss die Wohnungstür, und obwohl er wusste, dass sie dahinter weinte, konnte er nichts gegen das Grinsen unternehmen, welches sich auf seinem Gesicht ausbreitete.
Der Tragödie erster Teil
Der Tragödie dritter Teil
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Donnerstag, 23. August 2007
Kapitulation
tobi-wan, 20:25h
Endlich am Ende des Weges, dank Talent und Disziplin.
Die Erkenntnis ist nicht mehr ein bloßes Erahnen, ein Flackern in der Ferne, sondern greifbar. Ich packe zu und es fühlt sich gut an, weil ich hart dafür gearbeitet habe. Meine geistigen Fertigkeiten sind ausgeprägt, formvollendet, bereit zum Einsatz. Die schweren Eisentüren der Lehranstalt in meinem Rücken, sie werden kleiner mit jedem Schritt, den ich mich über den Hof von ihnen Weg bewege, und ihren Schrecken verlieren sie ebenfalls. Wirklich gerne bin ich nie hier her gekommen, hatte schlaflose Nächte deswegen, wollte auf meinem Weg rasten oder umdrehen, so wie andere.
Aber am Ende wurde ich belohnt, und darüber darf ich glücklich sein. Ich bin jetzt ein erfahrener Mann, mit allen Wassern gewaschen, und als solcher trete ich auf die Straße.
Doch bereits ein Schritt genügt, um eine tiefe Unsicherheit zu wecken, die ich fest in mir verschlossen dachte.
Ich schaue nach oben und werfe Blicke auf die Menschen neben mir. Sie sprechen so anders als gewohnt, ich kann sie nur schwer verstehen. Es frustriert mich, meine Unsicherheit wird Wut. Ich packe einen von ihnen am Arm, will ihn zum Bleiben nötigen, aber er reißt sich ohne Mühe los und verfolgt weiter seinen undurchsichtigen Weg.
Wo bin ich? Die Straßenschilder in dieser Gegend hängen höher als gewohnt, ich kann sie nicht erkennen.
In der Ferne ist eine Bushaltestelle auszumachen, meine Rettung! Ich warte auf den Bus und versuche, nicht auf die anderen zu hören.
Als der Bus kommt, möchte ich einsteigen, um aus dieser Gegend zu verschwinden, sie macht mir Angst mit ihren unverständlichen Menschen und den hohen Straßenschildern.
Aber wie ist doch jede Mühe umsonst, denn die anderen lassen mich einfach nicht in den Bus!
Immer wieder stoßen sie mich weg, ohne mir einen Blick zu schenken. Die Augen immer nur starr geradeaus gerichtet, die Lippen jetzt verschlossen.
Es bleibt keine andere Wahl, ich muss der Straße weiter zu Fuß folgen. Jede Orientierung ist verloren, und die Nacht bricht herein. Ich bin nun alleine auf der Straße, während die Häuserwände neben mir wachsen und alles in ihre Dunkelheit hüllen. Die Müdigkeit kommt, aber für Schlaf habe ich keine Zeit. Wer sagt mir, dass ich in dieser Gegend wieder aufwache?
Endlich, ein Tor, dahinter sieht es freundlicher aus!
Natürlich ist es verschlossen, ich hätte es wissen müssen.
Eine kalte Hand legt sich mir auf die Schulter, ich drehe mich ruckartig um und blicke in ein totes, konturloses Gesicht.
Der Mann mit dem bleichen Gesicht drängt mich zurück, sodass ich zitternd mit dem Rücken am Tor stehe. Dann hebt er seine Hand und ballt sie zur Faust.
Langsam öffnet er sie und ich sehe ihn:
Den Schlüssel für das Tor!
Doch viel zu schnell schließt er die Hand wieder, holt aus und wirft den Schlüssel mit viel Schwung weit über das Tor.
Die Erkenntnis ist nicht mehr ein bloßes Erahnen, ein Flackern in der Ferne, sondern greifbar. Ich packe zu und es fühlt sich gut an, weil ich hart dafür gearbeitet habe. Meine geistigen Fertigkeiten sind ausgeprägt, formvollendet, bereit zum Einsatz. Die schweren Eisentüren der Lehranstalt in meinem Rücken, sie werden kleiner mit jedem Schritt, den ich mich über den Hof von ihnen Weg bewege, und ihren Schrecken verlieren sie ebenfalls. Wirklich gerne bin ich nie hier her gekommen, hatte schlaflose Nächte deswegen, wollte auf meinem Weg rasten oder umdrehen, so wie andere.
Aber am Ende wurde ich belohnt, und darüber darf ich glücklich sein. Ich bin jetzt ein erfahrener Mann, mit allen Wassern gewaschen, und als solcher trete ich auf die Straße.
Doch bereits ein Schritt genügt, um eine tiefe Unsicherheit zu wecken, die ich fest in mir verschlossen dachte.
Ich schaue nach oben und werfe Blicke auf die Menschen neben mir. Sie sprechen so anders als gewohnt, ich kann sie nur schwer verstehen. Es frustriert mich, meine Unsicherheit wird Wut. Ich packe einen von ihnen am Arm, will ihn zum Bleiben nötigen, aber er reißt sich ohne Mühe los und verfolgt weiter seinen undurchsichtigen Weg.
Wo bin ich? Die Straßenschilder in dieser Gegend hängen höher als gewohnt, ich kann sie nicht erkennen.
In der Ferne ist eine Bushaltestelle auszumachen, meine Rettung! Ich warte auf den Bus und versuche, nicht auf die anderen zu hören.
Als der Bus kommt, möchte ich einsteigen, um aus dieser Gegend zu verschwinden, sie macht mir Angst mit ihren unverständlichen Menschen und den hohen Straßenschildern.
Aber wie ist doch jede Mühe umsonst, denn die anderen lassen mich einfach nicht in den Bus!
Immer wieder stoßen sie mich weg, ohne mir einen Blick zu schenken. Die Augen immer nur starr geradeaus gerichtet, die Lippen jetzt verschlossen.
Es bleibt keine andere Wahl, ich muss der Straße weiter zu Fuß folgen. Jede Orientierung ist verloren, und die Nacht bricht herein. Ich bin nun alleine auf der Straße, während die Häuserwände neben mir wachsen und alles in ihre Dunkelheit hüllen. Die Müdigkeit kommt, aber für Schlaf habe ich keine Zeit. Wer sagt mir, dass ich in dieser Gegend wieder aufwache?
Endlich, ein Tor, dahinter sieht es freundlicher aus!
Natürlich ist es verschlossen, ich hätte es wissen müssen.
Eine kalte Hand legt sich mir auf die Schulter, ich drehe mich ruckartig um und blicke in ein totes, konturloses Gesicht.
Der Mann mit dem bleichen Gesicht drängt mich zurück, sodass ich zitternd mit dem Rücken am Tor stehe. Dann hebt er seine Hand und ballt sie zur Faust.
Langsam öffnet er sie und ich sehe ihn:
Den Schlüssel für das Tor!
Doch viel zu schnell schließt er die Hand wieder, holt aus und wirft den Schlüssel mit viel Schwung weit über das Tor.
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