... newer stories
Mittwoch, 25. März 2009
Drei Worte
tobi-wan, 23:57h
Du siehst mich an und Deine strahlenden Augen
werfen einen Blick, der mein Innerstes mit Wärme erfüllt.
Ich spüre Lebendigkeit, Energie und Vorfreude
wild durcheinander springen, sich abwechseln und ergänzen.
Dein Bild bleibt mir nahe, auch wenn mich die Arbeit erdrückt.
Reden konnte ich nie gut, besser gesagt:
Über das sprechen, was ich eben aufgeschrieben habe.
Dann hält jede Körper-Faser meinen Willen zurück
sodass nur Nichtigkeiten geäußert werden.
Der Film war nett, Schnee im Frühjahr muss nicht sein.
Scheiße! Es gibt doch drei Worte, so einfache Worte
die mein Verhältnis zu Dir erklären.
„Die mein Verhältnis zu Dir erklären.“ Welch schlechte Formulierung
für meine Empfindungen und den vollkommenen Menschen, der entstand.
Ich muss bessere Worte finden, Du verdienst sie.
Seit Stunden sitze ich hier im dunklen Zimmer
mit Bergen von zerrissenem Papier um mich herum.
In meinem Kopf fühle ich, wie sich Brei immer
schwerer auf alle Gedanken legt und sie verklebt.
Mittlerweile hasse ich sogar die erste Strophe dieses Gedichtes.
Mir reichen die Mittel meiner Sprache nicht mehr
um mich Dir gegenüber auszudrücken.
Diese drei Worte, diese drei verfickten Worte
werden in jedem zweiten Lied gesungen.
Sie haben ihren Wert schon lange verloren.
Ich liege im Bett, das Schreiben habe ich
für heute aufgegeben.
Die Gedanken kreisen um Dich, Dein Gesicht
folgt mir in die Träume. Du rufst mir spöttisch zu:
Mach es doch nicht immer so kompliziert.
Nun steht ich vor Dir und Du
hast mich gefragt, was ich Dir mitzuteilen habe.
Jetzt werde ich die drei Worte sagen. Aber nur
weil Du endlich das Puzzle meines Lebens vervollständigst.
Mir selbst verspreche ich, mit den folgenden drei Worten
immer sorgsam umzugehen.
Ich liebe Dich.
werfen einen Blick, der mein Innerstes mit Wärme erfüllt.
Ich spüre Lebendigkeit, Energie und Vorfreude
wild durcheinander springen, sich abwechseln und ergänzen.
Dein Bild bleibt mir nahe, auch wenn mich die Arbeit erdrückt.
Reden konnte ich nie gut, besser gesagt:
Über das sprechen, was ich eben aufgeschrieben habe.
Dann hält jede Körper-Faser meinen Willen zurück
sodass nur Nichtigkeiten geäußert werden.
Der Film war nett, Schnee im Frühjahr muss nicht sein.
Scheiße! Es gibt doch drei Worte, so einfache Worte
die mein Verhältnis zu Dir erklären.
„Die mein Verhältnis zu Dir erklären.“ Welch schlechte Formulierung
für meine Empfindungen und den vollkommenen Menschen, der entstand.
Ich muss bessere Worte finden, Du verdienst sie.
Seit Stunden sitze ich hier im dunklen Zimmer
mit Bergen von zerrissenem Papier um mich herum.
In meinem Kopf fühle ich, wie sich Brei immer
schwerer auf alle Gedanken legt und sie verklebt.
Mittlerweile hasse ich sogar die erste Strophe dieses Gedichtes.
Mir reichen die Mittel meiner Sprache nicht mehr
um mich Dir gegenüber auszudrücken.
Diese drei Worte, diese drei verfickten Worte
werden in jedem zweiten Lied gesungen.
Sie haben ihren Wert schon lange verloren.
Ich liege im Bett, das Schreiben habe ich
für heute aufgegeben.
Die Gedanken kreisen um Dich, Dein Gesicht
folgt mir in die Träume. Du rufst mir spöttisch zu:
Mach es doch nicht immer so kompliziert.
Nun steht ich vor Dir und Du
hast mich gefragt, was ich Dir mitzuteilen habe.
Jetzt werde ich die drei Worte sagen. Aber nur
weil Du endlich das Puzzle meines Lebens vervollständigst.
Mir selbst verspreche ich, mit den folgenden drei Worten
immer sorgsam umzugehen.
Ich liebe Dich.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 16. März 2009
Entscheidungen
tobi-wan, 18:57h
Ihr seid hier falsch
denn längst sieht ein Baum aus wie der andere
und ihr werdet nicht zum Essen angekommen sein
obwohl Du es versprochen hast
„Hätte ich meine Zweifel zugeben sollen,
als ich mit fester Stimme sagte: Lass uns nach Links gehen?“
Die Wunde klafft, das Messer fliegt über den Küchentisch
frisches Blut an der Klinge
Natürlich schmerzt Deine Hand
aber die Hauptursache Deiner Wut liegt woanders
„Wenn ich nicht mit dem Messer gespielt hätte,
würdest Du mich noch immer ignorieren!“
Die Freudenschreie Deiner Anhänger machen Dich taub
Du empfindest keine Störung, sonders Genugtuung
Ein Tanz, an den Du später keine Erinnerung haben wirst
ist gerade die EINZIGE LÖSUNG, um Deine Freude auszudrücken
„Muss ich zugeben,
dass ich gedopt bin?“
Sie weiß sich zu präsentieren
und steht außerdem voller Erwartung in Deinem Zimmer
Kein Wort wirst Du sagen, sondern Dich nur anstrengen
Damit jeder Deiner Griffe Wirkung zeigt
„Du hast mir gestanden, wie sehr Du mich liebst,
doch in meinen Augen bist Du nichts als Ablenkung!“
denn längst sieht ein Baum aus wie der andere
und ihr werdet nicht zum Essen angekommen sein
obwohl Du es versprochen hast
„Hätte ich meine Zweifel zugeben sollen,
als ich mit fester Stimme sagte: Lass uns nach Links gehen?“
Die Wunde klafft, das Messer fliegt über den Küchentisch
frisches Blut an der Klinge
Natürlich schmerzt Deine Hand
aber die Hauptursache Deiner Wut liegt woanders
„Wenn ich nicht mit dem Messer gespielt hätte,
würdest Du mich noch immer ignorieren!“
Die Freudenschreie Deiner Anhänger machen Dich taub
Du empfindest keine Störung, sonders Genugtuung
Ein Tanz, an den Du später keine Erinnerung haben wirst
ist gerade die EINZIGE LÖSUNG, um Deine Freude auszudrücken
„Muss ich zugeben,
dass ich gedopt bin?“
Sie weiß sich zu präsentieren
und steht außerdem voller Erwartung in Deinem Zimmer
Kein Wort wirst Du sagen, sondern Dich nur anstrengen
Damit jeder Deiner Griffe Wirkung zeigt
„Du hast mir gestanden, wie sehr Du mich liebst,
doch in meinen Augen bist Du nichts als Ablenkung!“
... link (2 Kommentare) ... comment
Dienstag, 24. Februar 2009
Schlussverkauf
tobi-wan, 00:23h
Er geht zum Info-Schalter, etwas ungelenk, ja, aber seine Frage kommt schnell.
„Ich brauche dringend ein neues Image.“
Der freundliche Herr hinterm Tresen, Herr Henkelmann, legt die hohe Stirn in Falten, damit jeder seine Konzentration sieht.
„Nun, unser Angebot ist sehr umfangreich. Bitte sagen Sie mir doch, wonach Sie genau verlangen.“
(Es ist einfacher, wenn ich dem Kunden ab jetzt einen Namen gebe, sonst besteht die Gefahr einer Verwechslung. Außerdem habe ich keine Lust mehr, die Protagonisten ständig umschreiben zu müssen, etwa mit „der Mann vor dem Schalter“ oder „sein Gegenüber“. Also, von nun an heißt der Kunde „Herr K.“.)
Herr K. muss nicht lange überlegen.
„Aber schauen Sie mich doch an. Würden Sie sich mit diesem Image auf die Straße trauen?“
Der Kundenberater kippt seinen Kopf ein wenig und streicht sich über die Krawatte.
„Mein Herr, nichts liegt mir fremder, als Ihnen zu nahe treten zu wollen…“
Schnell wird er unterbrochen.
„Sie verkaufen doch Images, richtig?“
Herr Henkelmann antwortet sofort.
„Selbstverständlich, ja…“
„Klasse. Und weil Sie das tun, können Sie ein gutes von einem schlechten Image unterscheiden. Ich frage Sie also nochmal:
Würden Sie sich mit dem Image, das Sie hier vor sich sehen, auf die Straße trauen?“
Ein Kundenberater sucht nach Worten. Hat man selten. Sollte er einen anderen Beruf wählen?
„Äh, eventuell teilen Sie mir einfach mit, an welches Image Sie denken, und ich werde sehen, ob wir etwas Passendes für Sie dahaben.“
Herr K. lehnt sich weiter nach vorne, die Hände auf den Tresen gestützt.
„Ich suche was in die Richtung Charmeur, sie wissen schon:
Sichere Gestik, treffsichere Komplimente, immer ne spontane Antwort parat, passt in jede Ecke usw!“
Auf der Stirn von Herrn Henkelmann bilden sich die ersten Schweißperlen. Er will sie wegwischen, antwortet aber erst.
„Mein lieber Herr, es tut mir furchtbar Leid, aber da kann ich Ihnen gar nicht helfen.“
Die Hände des Herrn K. wandern weiter nach vorne.
Er klingt empört.
„Warum nicht?“
Herr Henkelmann verschränkt beide Hände vor seinem Bauch.
„Die sind alle ausverkauft.“
„Ich brauche dringend ein neues Image.“
Der freundliche Herr hinterm Tresen, Herr Henkelmann, legt die hohe Stirn in Falten, damit jeder seine Konzentration sieht.
„Nun, unser Angebot ist sehr umfangreich. Bitte sagen Sie mir doch, wonach Sie genau verlangen.“
(Es ist einfacher, wenn ich dem Kunden ab jetzt einen Namen gebe, sonst besteht die Gefahr einer Verwechslung. Außerdem habe ich keine Lust mehr, die Protagonisten ständig umschreiben zu müssen, etwa mit „der Mann vor dem Schalter“ oder „sein Gegenüber“. Also, von nun an heißt der Kunde „Herr K.“.)
Herr K. muss nicht lange überlegen.
„Aber schauen Sie mich doch an. Würden Sie sich mit diesem Image auf die Straße trauen?“
Der Kundenberater kippt seinen Kopf ein wenig und streicht sich über die Krawatte.
„Mein Herr, nichts liegt mir fremder, als Ihnen zu nahe treten zu wollen…“
Schnell wird er unterbrochen.
„Sie verkaufen doch Images, richtig?“
Herr Henkelmann antwortet sofort.
„Selbstverständlich, ja…“
„Klasse. Und weil Sie das tun, können Sie ein gutes von einem schlechten Image unterscheiden. Ich frage Sie also nochmal:
Würden Sie sich mit dem Image, das Sie hier vor sich sehen, auf die Straße trauen?“
Ein Kundenberater sucht nach Worten. Hat man selten. Sollte er einen anderen Beruf wählen?
„Äh, eventuell teilen Sie mir einfach mit, an welches Image Sie denken, und ich werde sehen, ob wir etwas Passendes für Sie dahaben.“
Herr K. lehnt sich weiter nach vorne, die Hände auf den Tresen gestützt.
„Ich suche was in die Richtung Charmeur, sie wissen schon:
Sichere Gestik, treffsichere Komplimente, immer ne spontane Antwort parat, passt in jede Ecke usw!“
Auf der Stirn von Herrn Henkelmann bilden sich die ersten Schweißperlen. Er will sie wegwischen, antwortet aber erst.
„Mein lieber Herr, es tut mir furchtbar Leid, aber da kann ich Ihnen gar nicht helfen.“
Die Hände des Herrn K. wandern weiter nach vorne.
Er klingt empört.
„Warum nicht?“
Herr Henkelmann verschränkt beide Hände vor seinem Bauch.
„Die sind alle ausverkauft.“
... link (0 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 12. Februar 2009
Innere Schönheit
tobi-wan, 00:04h
Anlässlich des Starts einer weiteren Staffel von "Germany's Next Topmodel", DER Sendung zum Lästern, Wichsen und Komplexe-Kriegen (je nach Geschlecht, Körperbau und psychischer Stabilität der Zuschauerin/ des Zuschauers) habe ich einen älteren, unveröffentlichten Text aus meinem Archiv gekramt. Heidi, der hier ist für Dich!
Innere Schönheit
Eine Fleisch-und Makeup-Beschauung, vielerorts „Casting“ genannt.
Kribbeln in mir, besonders um Bauchgegend.
Ein Happen zu Essen, egal was, und ich kotze.
Der Kopf voll von weißem Rauch. Verhüllt jeden schwierigen Satz, den ich denke.
Bin hier, weil…
Gehe ins Hauptzimmer, man hat mich gerufen.
Beim Betreten des Raumes kurzer Hauch von Verwunderung in den makellosen Jury-Gesichtern.
Geht schnell weg, dann wieder Lächeln, eisig.
Beine werden schwach, geben fast nach.
„Du entsprichst leider nicht ganz unseren Vorstellungen.“
Keine Ahnung, was die Kotze noch unten hält.
„Danke für Deinen Mut. Auf Wiedersehen!“
So würde es ablaufen.
Ich hasse Spiegel, aber noch mehr hasse ich folgenden Satz:
„Auf die innere Schönheit kommt es an.“
Ich hasse ihn besonders, weil er nur von Leuten gesagt wird, die nichts davon verstehen.
Innere Schönheit
Eine Fleisch-und Makeup-Beschauung, vielerorts „Casting“ genannt.
Kribbeln in mir, besonders um Bauchgegend.
Ein Happen zu Essen, egal was, und ich kotze.
Der Kopf voll von weißem Rauch. Verhüllt jeden schwierigen Satz, den ich denke.
Bin hier, weil…
Gehe ins Hauptzimmer, man hat mich gerufen.
Beim Betreten des Raumes kurzer Hauch von Verwunderung in den makellosen Jury-Gesichtern.
Geht schnell weg, dann wieder Lächeln, eisig.
Beine werden schwach, geben fast nach.
„Du entsprichst leider nicht ganz unseren Vorstellungen.“
Keine Ahnung, was die Kotze noch unten hält.
„Danke für Deinen Mut. Auf Wiedersehen!“
So würde es ablaufen.
Ich hasse Spiegel, aber noch mehr hasse ich folgenden Satz:
„Auf die innere Schönheit kommt es an.“
Ich hasse ihn besonders, weil er nur von Leuten gesagt wird, die nichts davon verstehen.
... link (1 Kommentar) ... comment
Montag, 2. Februar 2009
Nachricht von >Dreamboy1138<
tobi-wan, 20:53h
Hallo Sweetgirl! Ich bin eine Weile auf der Seite rumgesurft, bis mir Dein Profil ins Auge fiel.
Erstmal zu Deinem Foto: Also, ich würde mich echt nicht als oberflächlich bezeichnen, aber Du bist wirklich ein totaler Blickfang! Du lächelst so natürlich, und zusammen mit Deinen blonden Haaren wirkt das so, als ob Dein Bild alle anderen überstrahlt. Ich musste mehr über Dich erfahren, habe auf „weiter“ geklickt, neugierig gelesen, konnte nicht aufhören. Unsere Interessen sind sehr ähnlich, denn ich stehe z.B. ebenfalls total auf Bob Dylan!
Du hast Recht, "Desolation Row" ist dermaßen tief, dass ihn wohl selbst Dylan nicht ganz versteht, aber diskutieren tue ich auch gerne über den Song. Und tritt seine genaue Bedeutung nicht ein wenig in den Hintergrund, wenn man einfach nur dasitzt, die Welt für einen Moment ignoriert und Dylans‘ leicht kratziger Stimme lauscht, wie sie von schöner Gitarrenmelodie begleitet die Epik eines ganzen Menschenlebens spürbar macht…?
Ach ja, Badminton spiele ich genauso gerne wie Du. Allerdings bin ich ziemlich aus der Übung gekommen, vielleicht kannst Du mir wieder auf die Sprünge helfen…;).
Doch nun zum Wichtigsten. Unter „Welche Charaktereigenschaft mein Partner unbedingt haben soll“ schreibst Du: Ehrlichkeit. Da bin ich voll Deiner Meinung. Deswegen wird es Dich bestimmt nicht stören, dass ich Dir jetzt ein paar intime Details von mir erzähle, denn sie zu verschweigen wäre unehrlich! Los geht’s: Ich vergesse manchmal, mir nach dem Pinkeln die Hände zu waschen. Aus Faulheit lasse ich es bleiben, selbst wenn ich noch dran denke. Kürzlich ist einer alte Dame im Bus versehentlich und unbemerkt ein 50 Euro-Schein runtergefallen. Ich habe ihn mir geschnappt und Pornos davon gekauft, weil ich die von Youporn langsam auswendig kenne. Meine letzte Freundin musste mit der Begründung gehen, dass mir ihre Unzuverlässigkeit auf die Nerven ginge, aber in Wirklichkeit hat sie sich untenrum einfach nicht oft genug rasiert. Abtörnend bis zum Gehtnichtmehr! Deswegen habe ich sie auch mit ihrer Schwester betrogen, die dem Analverkehr (im Gegensatz zu meiner Ex) nicht abgeneigt war. Eins noch: Ich hasse Kuschelabende, Duftkerzen, romantische Komödien und gemeinsames Kochen! Hoffentlich bist Du jetzt nicht abgeneigt oder so, aber Du willst ja Ehrlichkeit, und ich denke mir: Warum nicht ein Beziehung zur Abwechslung mal ehrlich starten?
Viele Grüße und hoffentlich bis bald,
Dein Dreamboy1138
Erstmal zu Deinem Foto: Also, ich würde mich echt nicht als oberflächlich bezeichnen, aber Du bist wirklich ein totaler Blickfang! Du lächelst so natürlich, und zusammen mit Deinen blonden Haaren wirkt das so, als ob Dein Bild alle anderen überstrahlt. Ich musste mehr über Dich erfahren, habe auf „weiter“ geklickt, neugierig gelesen, konnte nicht aufhören. Unsere Interessen sind sehr ähnlich, denn ich stehe z.B. ebenfalls total auf Bob Dylan!
Du hast Recht, "Desolation Row" ist dermaßen tief, dass ihn wohl selbst Dylan nicht ganz versteht, aber diskutieren tue ich auch gerne über den Song. Und tritt seine genaue Bedeutung nicht ein wenig in den Hintergrund, wenn man einfach nur dasitzt, die Welt für einen Moment ignoriert und Dylans‘ leicht kratziger Stimme lauscht, wie sie von schöner Gitarrenmelodie begleitet die Epik eines ganzen Menschenlebens spürbar macht…?
Ach ja, Badminton spiele ich genauso gerne wie Du. Allerdings bin ich ziemlich aus der Übung gekommen, vielleicht kannst Du mir wieder auf die Sprünge helfen…;).
Doch nun zum Wichtigsten. Unter „Welche Charaktereigenschaft mein Partner unbedingt haben soll“ schreibst Du: Ehrlichkeit. Da bin ich voll Deiner Meinung. Deswegen wird es Dich bestimmt nicht stören, dass ich Dir jetzt ein paar intime Details von mir erzähle, denn sie zu verschweigen wäre unehrlich! Los geht’s: Ich vergesse manchmal, mir nach dem Pinkeln die Hände zu waschen. Aus Faulheit lasse ich es bleiben, selbst wenn ich noch dran denke. Kürzlich ist einer alte Dame im Bus versehentlich und unbemerkt ein 50 Euro-Schein runtergefallen. Ich habe ihn mir geschnappt und Pornos davon gekauft, weil ich die von Youporn langsam auswendig kenne. Meine letzte Freundin musste mit der Begründung gehen, dass mir ihre Unzuverlässigkeit auf die Nerven ginge, aber in Wirklichkeit hat sie sich untenrum einfach nicht oft genug rasiert. Abtörnend bis zum Gehtnichtmehr! Deswegen habe ich sie auch mit ihrer Schwester betrogen, die dem Analverkehr (im Gegensatz zu meiner Ex) nicht abgeneigt war. Eins noch: Ich hasse Kuschelabende, Duftkerzen, romantische Komödien und gemeinsames Kochen! Hoffentlich bist Du jetzt nicht abgeneigt oder so, aber Du willst ja Ehrlichkeit, und ich denke mir: Warum nicht ein Beziehung zur Abwechslung mal ehrlich starten?
Viele Grüße und hoffentlich bis bald,
Dein Dreamboy1138
... link (1 Kommentar) ... comment
Dienstag, 20. Januar 2009
Opium fürs Volk?
tobi-wan, 01:43h
Ich stelle fest: Viele von Euch haben es zur heutigen Versammlung geschafft. Unser Saal ist so voll, dass ein paar Konferenzteilnehmer keinen Stuhl mehr abbekommen haben und stehen müssen.
Was soll’s, unbequeme Positionen seid ihr gewöhnt, nicht wahr? Schön, fangen wir an. Zunächst einmal will ich Euch aus tiefstem Herzen meinen Dank aussprechen, denn keiner hat einen anderen bisher verletzt oder gekillt. Habe ich gar nicht erwartet. Weiter so! Kommen wir nun zum Grund meiner Einladung: Wie ihr alle wisst, möchte ich von jedem Anwesenden hören, warum ich ausgerechnet ihm glauben soll.
Alle bekommen dafür sie selbe Redezeit, jeder darf ungestört ausreden! Wer sich nicht an die Regeln hält, wir ein Mal ermahnt, beim kleinsten weiteren Regelverstoß fliegt er raus! Gebt Euch bei Euren Antworten Mühe, denn meine Frage quält mich bereits zahlreiche Monate. Was noch wichtiger ist: Hört dem, der jeweils redet, zu. Ich weiß, es klingt banal. Aber ebenso banal wird sich gleich einiges von dem anhören, das ihr mir beibringen wollt. Trotzdem nimmt jeder von Euch in Anspruch, die einzige, die vollkommende Wahrheit zu verkünden. Ich verspreche Euch, aufmerksam zu lauschen.
Vielleicht ist das, was ihr sagt, nicht so unterschiedlich, wie ich und ihr immer dachten.
In diesem Fall lautet die Frage, welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben.
Aber ich möchte nichts überstürzen und wäre bereits froh, würde ein jeder von Euch gesprochen haben, bevor die Sitzung zu Ende geht.
Was soll’s, unbequeme Positionen seid ihr gewöhnt, nicht wahr? Schön, fangen wir an. Zunächst einmal will ich Euch aus tiefstem Herzen meinen Dank aussprechen, denn keiner hat einen anderen bisher verletzt oder gekillt. Habe ich gar nicht erwartet. Weiter so! Kommen wir nun zum Grund meiner Einladung: Wie ihr alle wisst, möchte ich von jedem Anwesenden hören, warum ich ausgerechnet ihm glauben soll.
Alle bekommen dafür sie selbe Redezeit, jeder darf ungestört ausreden! Wer sich nicht an die Regeln hält, wir ein Mal ermahnt, beim kleinsten weiteren Regelverstoß fliegt er raus! Gebt Euch bei Euren Antworten Mühe, denn meine Frage quält mich bereits zahlreiche Monate. Was noch wichtiger ist: Hört dem, der jeweils redet, zu. Ich weiß, es klingt banal. Aber ebenso banal wird sich gleich einiges von dem anhören, das ihr mir beibringen wollt. Trotzdem nimmt jeder von Euch in Anspruch, die einzige, die vollkommende Wahrheit zu verkünden. Ich verspreche Euch, aufmerksam zu lauschen.
Vielleicht ist das, was ihr sagt, nicht so unterschiedlich, wie ich und ihr immer dachten.
In diesem Fall lautet die Frage, welche Schlussfolgerungen sich daraus ergeben.
Aber ich möchte nichts überstürzen und wäre bereits froh, würde ein jeder von Euch gesprochen haben, bevor die Sitzung zu Ende geht.
... link (6 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 7. Januar 2009
The Bad Touch
tobi-wan, 18:11h
Es muss irgendwann Anfang letzten Jahres gewesen sein, da sahen Basti und ich einen lustigen Sketch aus der "Saturday Night Live - Show".
Jim Carrey und seine zwei Kollegen tanzen sich dort kopfnickend durchs Nachtleben, immer auf der Suche nach Frauen. Wir fanden Idee und Umsetzung dermaßen lustig, dass wir sie für einen eigenen kleinen Film aufgriffen, erweiterten und umschrieben. Natürlich machten wir diese Arbeit nicht alleine, sondern trommelten 15 weitere Freunde zusammen, die uns tatkräftig unterstützten.
Herausgekommen ist der anspruchsvolle, weil höchst vielschichtige Film "The Bad Touch". Ein Werk über die großen Fragen des Lebens, getragen von tiefgründigen, scharfsinnigen Dialogen und ausdrucksstarker sowie mitreißender Musik. Drei Kerle, die nichts mehr zu verlieren haben, machen einen drauf. Ihr Ziel: Frauen abschleppen so viel es geht, alle in einer Nacht.
Kein Problem für die Jungs, denn sie haben endlich verstanden, was Frauen wollen:
The Bad Touch
PS: Ich spiele selber nur in einer kleinen Nebenrolle mit und war ansonsten hinter der Kamera beschäftigt.
Jim Carrey und seine zwei Kollegen tanzen sich dort kopfnickend durchs Nachtleben, immer auf der Suche nach Frauen. Wir fanden Idee und Umsetzung dermaßen lustig, dass wir sie für einen eigenen kleinen Film aufgriffen, erweiterten und umschrieben. Natürlich machten wir diese Arbeit nicht alleine, sondern trommelten 15 weitere Freunde zusammen, die uns tatkräftig unterstützten.
Herausgekommen ist der anspruchsvolle, weil höchst vielschichtige Film "The Bad Touch". Ein Werk über die großen Fragen des Lebens, getragen von tiefgründigen, scharfsinnigen Dialogen und ausdrucksstarker sowie mitreißender Musik. Drei Kerle, die nichts mehr zu verlieren haben, machen einen drauf. Ihr Ziel: Frauen abschleppen so viel es geht, alle in einer Nacht.
Kein Problem für die Jungs, denn sie haben endlich verstanden, was Frauen wollen:
The Bad Touch
PS: Ich spiele selber nur in einer kleinen Nebenrolle mit und war ansonsten hinter der Kamera beschäftigt.
... link (0 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Best of 2008
tobi-wan, 14:15h
33 Einträge, ca. 8470 Wörter – Das ist mein literarisches Schaffen 2008 in Zahlen.
Viel wichtiger sollte aber sein, was dahintersteckt. Daher habe ich auch dieses Jahr wieder alle Texte ausgewählt, die ich vor einigen Tagen am besten fand. Eine quantitative Obergrenze (wie in den letzten beiden Jahren) gab es nicht mehr, und es war mir auch schnuppe, ob ich mit den ausgesuchten Texten möglichst viele Themen und Stimmungen repräsentiere oder nicht. Als einziges Kriterium verblieb die inhaltliche und sprachliche Qualität, natürlich vollkommen subjektiv bewertet. Anschließend habe ich alle übrig gebliebenen Texte so angeordnet, dass sie eine abstrakte emotionale und geistige Entwicklung wiedergeben, wenn sie von oben nach unten gelesen werden. Bei dieser Idee folgte ich dem Konzept des thematisch zusammenhängenden Musikalbums, welches ich zu meiner Überraschung gut auf die ausgesuchten Texte anwenden konnte. Ich finde es wirklich interessant, wie sich das vorhandene Material durch einen nachträglich hinzugefügten roten Faden ordnen ließ und die einzelnen Geschichten nun in ihrem neuen Kontext inhaltlich erweitert oder sogar total verändert werden. Wenn ihr wollt, könnt ihr Euch also auf eine kleine Reise machen, deren Stationen ihr vielleicht schon kennt, deren Verbindungen sich aber wie so oft erst durch den geweiteten Blickwinkel zeigen.
Die Wahrheit der Nachbarn (eine Geschichte mit Niveau)
Sheena
Die bemitleidenswerte Prinzessin
Liebeshandlung
Der männliche Versuch, einer Frau für wenige Minuten in den Kopf zu schauen
Angekettet
Für eine Nacht
Viva la Revolution!
am boden
Den Blick geradeaus
Die Statue im Keller
Ein Platz zum Sitzen
Der eigene Weg
Vakuum
Klogedanken
Angst
Der tote Engel
Ein Gesicht aus Stein
Verplant
Der Graf
Plädoyer für mehr Oberflächlichkeit
Viel wichtiger sollte aber sein, was dahintersteckt. Daher habe ich auch dieses Jahr wieder alle Texte ausgewählt, die ich vor einigen Tagen am besten fand. Eine quantitative Obergrenze (wie in den letzten beiden Jahren) gab es nicht mehr, und es war mir auch schnuppe, ob ich mit den ausgesuchten Texten möglichst viele Themen und Stimmungen repräsentiere oder nicht. Als einziges Kriterium verblieb die inhaltliche und sprachliche Qualität, natürlich vollkommen subjektiv bewertet. Anschließend habe ich alle übrig gebliebenen Texte so angeordnet, dass sie eine abstrakte emotionale und geistige Entwicklung wiedergeben, wenn sie von oben nach unten gelesen werden. Bei dieser Idee folgte ich dem Konzept des thematisch zusammenhängenden Musikalbums, welches ich zu meiner Überraschung gut auf die ausgesuchten Texte anwenden konnte. Ich finde es wirklich interessant, wie sich das vorhandene Material durch einen nachträglich hinzugefügten roten Faden ordnen ließ und die einzelnen Geschichten nun in ihrem neuen Kontext inhaltlich erweitert oder sogar total verändert werden. Wenn ihr wollt, könnt ihr Euch also auf eine kleine Reise machen, deren Stationen ihr vielleicht schon kennt, deren Verbindungen sich aber wie so oft erst durch den geweiteten Blickwinkel zeigen.
Die Wahrheit der Nachbarn (eine Geschichte mit Niveau)
Sheena
Die bemitleidenswerte Prinzessin
Liebeshandlung
Der männliche Versuch, einer Frau für wenige Minuten in den Kopf zu schauen
Angekettet
Für eine Nacht
Viva la Revolution!
am boden
Den Blick geradeaus
Die Statue im Keller
Ein Platz zum Sitzen
Der eigene Weg
Vakuum
Klogedanken
Angst
Der tote Engel
Ein Gesicht aus Stein
Verplant
Der Graf
Plädoyer für mehr Oberflächlichkeit
... link (1 Kommentar) ... comment
Dienstag, 23. Dezember 2008
Weihnachtspause
tobi-wan, 15:25h
Hallo allerseits!
Ich hatte vor, Euch wie immer eine kleine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, voll mit Besinnlichkeit und hoffnungsvoller Botschaft.
Eine Idee dazu existiert, der Anfang ist bereits fertig, aber meine aktuelle Stimmung verhindert die Beendigung der Geschichte. Es ist sinnlos, die Geschichte gezwungenermaßen zu vollenden, denn da würde nichts rundes bei rauskommen.
Verbringt ein paar schöne Festtage und nehmt Euch dabei, wenn ihr mögt bzw. könnt, Zeit zum Nachdenken, Entspannen und Reden. Außerdem empfehle ich jedem, sei er gläubig oder nicht, mal in der Bibel über die ursprüngliche Bedeutung dieses Festes nachzulesen, denn die liegt abseits von Konsum-Terror und Familien-Stress.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen erbauliche und
friedliche Weihnachten!
Wer mag, kann (nochmal) meine beiden Geschichten aus den letzten Jahren lesen:
Stille Nacht
Eine Weihnachtsbotschaft
Ich hatte vor, Euch wie immer eine kleine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, voll mit Besinnlichkeit und hoffnungsvoller Botschaft.
Eine Idee dazu existiert, der Anfang ist bereits fertig, aber meine aktuelle Stimmung verhindert die Beendigung der Geschichte. Es ist sinnlos, die Geschichte gezwungenermaßen zu vollenden, denn da würde nichts rundes bei rauskommen.
Verbringt ein paar schöne Festtage und nehmt Euch dabei, wenn ihr mögt bzw. könnt, Zeit zum Nachdenken, Entspannen und Reden. Außerdem empfehle ich jedem, sei er gläubig oder nicht, mal in der Bibel über die ursprüngliche Bedeutung dieses Festes nachzulesen, denn die liegt abseits von Konsum-Terror und Familien-Stress.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen erbauliche und
friedliche Weihnachten!
Wer mag, kann (nochmal) meine beiden Geschichten aus den letzten Jahren lesen:
Stille Nacht
Eine Weihnachtsbotschaft
... link (2 Kommentare) ... comment
Freitag, 19. Dezember 2008
Schwerelos
tobi-wan, 19:15h
Heute habe ich das Vergnügen, eine Kurzgeschichte von meinem sehr guten Freund Mathias Fröhling zu veröffentlichen.
Er hat ein Jahr hinter sich, was voll bizarrer und emotional bewegender Ereignisse war, welche ihn sicherlich tief geprägt haben und vielen Menschen unseres Kontinentes (einschließlich mir) vorenthalten bleiben werden.
Seine Erfahrungen haben sich bestimmt auch auf die nun folgende Geschichte ausgewirkt, die ich für sich selbst sprechen lassen möchte.
Schwerelos
Ich spüre den Druck des Antriebs. Ich betätige den Auslöser erneut und gelange immer näher an die Schleuse der Raumstation. Zwei kleine Düsen an meinem Raumanzug scheinen mich weniger anzutreiben als meine eigene Kraft. Diese Raumstation, die ich schon seit so vielen Wochen suche, liegt nun vor mir. Ich gebe kaum mehr Acht auf die umherfliegenden Trümmer. Große Brocken verschieben sich im Hintergrund und hinterlassen ein Schattenspiel auf der Oberfläche der Station. Die Frontscheibe meines Raumanzuges verspiegelt durch das eintretende Sonnenlicht und ich erkenne mein Ziel nur noch schimmernd. Es ist ein helles Licht, das mich irritiert aber gleichzeitig auf eine merkwürdige Weise anzieht. Hinter mir mein kleines Schiff, welches 26 Monate meine Heimat war und die Leere des Alls. Beides lasse ich zurück, doch die sichere Zone ist gleich erreicht. Im Inneren muss es so wundervoll sein wie ich es schon immer gehört habe.
Ich treibe weiter zur Luke und spüre bereits die künstliche Schwerkraft, die mir gleich die Illusion eines sicheren Bodens unter den Füßen gewähren wird. Fast bin ich da, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Das blendende Sonnenlicht versinkt langsam hinter den äußeren Fassaden der Station. Ein paar Meter vor der Glückseligkeit erkenne ich schon mein Spiegelbild in dem kleinen Fenster der Luke. Ich sehe mein zukünftiges Ich, es lächelt mich an und kommt näher. Ich strecke meine Hand nach mir selbst, hebe die Füße und starre geradeaus. Nur wenige Sekunden trennen mich von meiner Zukunft.
Plötzlich reißt es mich weg. Mein Blut schießt mir in den Kopf. Ich verkrampfe, sehe nichts, nur Weiß und dann Schwarz. Plötzliche Hitze, aber nicht von außen, mein Körper schwitzt schlagartig. Der Klang in meinen Ohren ist dumpfer Schall, überdeckt von einem schrillen Ton. Langsam sehe ich wieder ein verschwommenes Bild vor Augen. Ich spüre noch immer die Druckwelle. Nun erblicke ich es. Trümmer fliegen umher, alte und neue. Dahinter ein bläuliches Farbenmuster aus verschiedenen Linien und Punkten. Die Raumstation ist verschwunden. Das Blau vor mir erscheint als grässliche Farbe und versinkt in der Leere des Universums. Es ist die Explosion des Schicksals, die mich immer weiter weg treibt. In der Schwerelosigkeit der Zeit schwebe ich dahin. Der Schein wird langsam kleiner und die Druckwelle des Alterns stößt mich weg. Ich bewege meine Arme und Beine, ich wehre mich, doch in der Leere des Alltags hat Rudern keinen Sinn. Soviel Kraft, die man aufwendet, ist verblasst. Mein Anzug schützt mich vor dem Druck, aber der Sauerstoff wird knapp. Er reicht nicht einmal mehr für 50 Jahre. Dann ist die Zeit um. Ich kann jetzt schon die Atemnot spüren. Ich hatte diesen Traum, nun ist er mit einem Knall zerstört.
Doch erst später wurde mir bewusst, dass ich selbst es war. Die Suche darf nie aufhören. Ein neuer Traum wird existieren. Nun treibe ich wehrlos und denke an die alte Zeit zurück. Ich hatte keine Schwerkraft aber trotzdem festen Boden unter den Füßen. Wieso bin ich nicht in meinem kleinen Schiff geblieben?
Er hat ein Jahr hinter sich, was voll bizarrer und emotional bewegender Ereignisse war, welche ihn sicherlich tief geprägt haben und vielen Menschen unseres Kontinentes (einschließlich mir) vorenthalten bleiben werden.
Seine Erfahrungen haben sich bestimmt auch auf die nun folgende Geschichte ausgewirkt, die ich für sich selbst sprechen lassen möchte.
Schwerelos
Ich spüre den Druck des Antriebs. Ich betätige den Auslöser erneut und gelange immer näher an die Schleuse der Raumstation. Zwei kleine Düsen an meinem Raumanzug scheinen mich weniger anzutreiben als meine eigene Kraft. Diese Raumstation, die ich schon seit so vielen Wochen suche, liegt nun vor mir. Ich gebe kaum mehr Acht auf die umherfliegenden Trümmer. Große Brocken verschieben sich im Hintergrund und hinterlassen ein Schattenspiel auf der Oberfläche der Station. Die Frontscheibe meines Raumanzuges verspiegelt durch das eintretende Sonnenlicht und ich erkenne mein Ziel nur noch schimmernd. Es ist ein helles Licht, das mich irritiert aber gleichzeitig auf eine merkwürdige Weise anzieht. Hinter mir mein kleines Schiff, welches 26 Monate meine Heimat war und die Leere des Alls. Beides lasse ich zurück, doch die sichere Zone ist gleich erreicht. Im Inneren muss es so wundervoll sein wie ich es schon immer gehört habe.
Ich treibe weiter zur Luke und spüre bereits die künstliche Schwerkraft, die mir gleich die Illusion eines sicheren Bodens unter den Füßen gewähren wird. Fast bin ich da, jetzt gibt es kein Zurück mehr. Das blendende Sonnenlicht versinkt langsam hinter den äußeren Fassaden der Station. Ein paar Meter vor der Glückseligkeit erkenne ich schon mein Spiegelbild in dem kleinen Fenster der Luke. Ich sehe mein zukünftiges Ich, es lächelt mich an und kommt näher. Ich strecke meine Hand nach mir selbst, hebe die Füße und starre geradeaus. Nur wenige Sekunden trennen mich von meiner Zukunft.
Plötzlich reißt es mich weg. Mein Blut schießt mir in den Kopf. Ich verkrampfe, sehe nichts, nur Weiß und dann Schwarz. Plötzliche Hitze, aber nicht von außen, mein Körper schwitzt schlagartig. Der Klang in meinen Ohren ist dumpfer Schall, überdeckt von einem schrillen Ton. Langsam sehe ich wieder ein verschwommenes Bild vor Augen. Ich spüre noch immer die Druckwelle. Nun erblicke ich es. Trümmer fliegen umher, alte und neue. Dahinter ein bläuliches Farbenmuster aus verschiedenen Linien und Punkten. Die Raumstation ist verschwunden. Das Blau vor mir erscheint als grässliche Farbe und versinkt in der Leere des Universums. Es ist die Explosion des Schicksals, die mich immer weiter weg treibt. In der Schwerelosigkeit der Zeit schwebe ich dahin. Der Schein wird langsam kleiner und die Druckwelle des Alterns stößt mich weg. Ich bewege meine Arme und Beine, ich wehre mich, doch in der Leere des Alltags hat Rudern keinen Sinn. Soviel Kraft, die man aufwendet, ist verblasst. Mein Anzug schützt mich vor dem Druck, aber der Sauerstoff wird knapp. Er reicht nicht einmal mehr für 50 Jahre. Dann ist die Zeit um. Ich kann jetzt schon die Atemnot spüren. Ich hatte diesen Traum, nun ist er mit einem Knall zerstört.
Doch erst später wurde mir bewusst, dass ich selbst es war. Die Suche darf nie aufhören. Ein neuer Traum wird existieren. Nun treibe ich wehrlos und denke an die alte Zeit zurück. Ich hatte keine Schwerkraft aber trotzdem festen Boden unter den Füßen. Wieso bin ich nicht in meinem kleinen Schiff geblieben?
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories