Samstag, 21. April 2007
Vergiftet
Er war sich nicht mehr ganz sicher, denn die letzten Jahre verschwommen in seinem Kopf, doch es musste schon einige Zeit her sein, dass er vergiftet wurde.
Sie hatten ihm weiß machen wollen, er käme darüber hinweg.
„Klar, es braucht seine Zeit, doch Du wirst sehen, dass Du es schaffst.“
Ja, es war lieb gemeint, und er hätte einem Freund nichts anderes gesagt als das.
Aber helfen konnte es ihm nicht.
Er spürte nun, wie das Gift langsam auf seinen ganzen Körper übergriff, mehr und immer mehr. Gleichzeitig schwanden seine Kräfte.
Sein Kampf war tapfer, doch kam er ihm immer vergeblicher vor.
Gut für ihn, dass das Gift von innen wirkte, denn so sah man es ihm nicht an.
Kämpfen musste er jeden Tag, und immer alleine. Wollte er das so? Manchmal ja, dann ging es darum, es sich selbst zu beweisen.
Aber in seiner letzten Nacht, als das Gift seinen ganzen Körper zerfressen hatte, da wünschte er sich jemanden an seine Seite, der ihm bei seinem Kampf helfen konnte.

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Wie immer sehr schön, und vorallem wunderbar zu interpretieren.... das liebe ich immer so an deinen Geschichten..sie treffen irgendwie auf jeden von uns zu und passen zu vielen Situationen im Leben... wenn auch zu der, in der du es geschrieben hast, vermutlich am besten !

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