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Sonntag, 14. Dezember 2008
Ein Bild von ihr
tobi-wan, 22:17h
Er sah sie zum ersten Mal, verweilte lange mit seinem Blick auf ihrem Gesicht und wollte damit weitermachen, als er wegschauen musste.
Er sah sie zum zweiten Mal, wieder mit intensivem Blick, da merkte er: Das erste Mal hatte Spuren hinterlassen.
Vor dem dritten Mal war sie bereits in seinen Kopf geklettert.
Er dachte, dass sie es von alleine getan hatte, er sie aber auch gerne eingeladen hätte. Es sollte ihr in seinem Kopf gutgehen, also räumte er dort alles weg, was sie behindern oder was sie nicht mögen würde.
Er sah sie zum dritten Mal und beließ es nicht dabei, sondern sprach mit ihr. Jetzt geschah etwas Kurioses: Die Frau im Kopf und die Frau, welche wirklich vor ihm stand und mit ihm redete, begannen zu kämpfen, weil beide nicht übereinstimmten. Eigentlich hätte die Kopf-Frau ein Abziehbild der echten Frau sein müssen, aber dem war nicht so.
Der Kampf dauerte nicht lange, die Frau im Kopf gewann ihn fast mühelos. Von nun an war sie es, an die er dachte. Immer, wenn ihm eigentlich hätte klarwerden müssen, dass beide Frauen nicht zusammenpassten, wurde er von der Frau im Kopf beruhigt.
Lange Zeit über fragte er sich nie, ob die Kopf-Frau für immer die Kontrolle behalten würde. Stattdessen ließ er es zu, und dafür existierte ein simpler Grund: Er liebte sie.
Wieso sollte er auch hinterfragen, sich sensibilisieren für die vielen Fehler seiner Freundin, wenn er eine tiefe emotionale Verbindung genießen konnte, welche die Lücke in seinem Leben füllte? Eine Lücke, so groß, dass sie sich vor seiner Liebesbeziehung mit der Kopf-Frau immer in sein Bewusstsein gedrängt hatte, ob er nun mit dem Fahrrad über eine vereiste Straße in Richtung Arbeit fuhr oder ihn die Wucht einer über das Sound-System seines Lieblings-Kinos verstärke Explosion im neuen James Bond erschütterte. Wer kann ihm ernsthaft vorwerfen, die Realität nicht für so wichtig genommen zu haben, wie es ihm in der Schule und Universität beigebracht wurde? Sicher, sein bester Kumpel sagte, nachdem der die eigenen Hemmungen davor, einen Freund zu kritisieren, überwinden konnte, immer mal wieder Sätze wie „Sach ma, bist Du Dir eigentlich sicher, dass Du nichts merkst?“ und „Deine Freundin kann schon recht fies sein, oder?“. Allein, sie drangen nicht zu ihm durch, denn die Frau in seinem Kopf nahm ihnen jede Wirkung.
Deswegen sitzt er jetzt auch neben der Liebe seines Lebens auf der kalten Ledercouch von Christine, ihrer besten Freundin, deren schrille Stimme regelmäßig einsetzt, um die anderen Partygäste über unverzichtbare Details essentielle Lebensthemen betreffend zu unterrichten, und alles was er den Abend über beisteuert lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen:
Ja Schatz.
Er sah sie zum zweiten Mal, wieder mit intensivem Blick, da merkte er: Das erste Mal hatte Spuren hinterlassen.
Vor dem dritten Mal war sie bereits in seinen Kopf geklettert.
Er dachte, dass sie es von alleine getan hatte, er sie aber auch gerne eingeladen hätte. Es sollte ihr in seinem Kopf gutgehen, also räumte er dort alles weg, was sie behindern oder was sie nicht mögen würde.
Er sah sie zum dritten Mal und beließ es nicht dabei, sondern sprach mit ihr. Jetzt geschah etwas Kurioses: Die Frau im Kopf und die Frau, welche wirklich vor ihm stand und mit ihm redete, begannen zu kämpfen, weil beide nicht übereinstimmten. Eigentlich hätte die Kopf-Frau ein Abziehbild der echten Frau sein müssen, aber dem war nicht so.
Der Kampf dauerte nicht lange, die Frau im Kopf gewann ihn fast mühelos. Von nun an war sie es, an die er dachte. Immer, wenn ihm eigentlich hätte klarwerden müssen, dass beide Frauen nicht zusammenpassten, wurde er von der Frau im Kopf beruhigt.
Lange Zeit über fragte er sich nie, ob die Kopf-Frau für immer die Kontrolle behalten würde. Stattdessen ließ er es zu, und dafür existierte ein simpler Grund: Er liebte sie.
Wieso sollte er auch hinterfragen, sich sensibilisieren für die vielen Fehler seiner Freundin, wenn er eine tiefe emotionale Verbindung genießen konnte, welche die Lücke in seinem Leben füllte? Eine Lücke, so groß, dass sie sich vor seiner Liebesbeziehung mit der Kopf-Frau immer in sein Bewusstsein gedrängt hatte, ob er nun mit dem Fahrrad über eine vereiste Straße in Richtung Arbeit fuhr oder ihn die Wucht einer über das Sound-System seines Lieblings-Kinos verstärke Explosion im neuen James Bond erschütterte. Wer kann ihm ernsthaft vorwerfen, die Realität nicht für so wichtig genommen zu haben, wie es ihm in der Schule und Universität beigebracht wurde? Sicher, sein bester Kumpel sagte, nachdem der die eigenen Hemmungen davor, einen Freund zu kritisieren, überwinden konnte, immer mal wieder Sätze wie „Sach ma, bist Du Dir eigentlich sicher, dass Du nichts merkst?“ und „Deine Freundin kann schon recht fies sein, oder?“. Allein, sie drangen nicht zu ihm durch, denn die Frau in seinem Kopf nahm ihnen jede Wirkung.
Deswegen sitzt er jetzt auch neben der Liebe seines Lebens auf der kalten Ledercouch von Christine, ihrer besten Freundin, deren schrille Stimme regelmäßig einsetzt, um die anderen Partygäste über unverzichtbare Details essentielle Lebensthemen betreffend zu unterrichten, und alles was er den Abend über beisteuert lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen:
Ja Schatz.
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Freitag, 28. November 2008
Angst
tobi-wan, 22:46h
Das Licht strahlt hell durchs Fenster hinein
taucht alle Deine Sachen in blendenden Glanz
Du sitzt auf dem Boden, hast trübe Augen
schaust auf eine dunkle Ecke hinter dem Bett
zu der die Sonne nie hinreichen kann
taucht alle Deine Sachen in blendenden Glanz
Du sitzt auf dem Boden, hast trübe Augen
schaust auf eine dunkle Ecke hinter dem Bett
zu der die Sonne nie hinreichen kann
Bald schon ist hier alles schwarz
Bilder werden nutzlos an der Wand hängen
Bücher im Regal verrotten
Pflanzen Dich nur mit gelegentlichem Rascheln
an ihre Existenz erinnern
Bilder werden nutzlos an der Wand hängen
Bücher im Regal verrotten
Pflanzen Dich nur mit gelegentlichem Rascheln
an ihre Existenz erinnern
Zeit fürs Handeln, denkst Du und stehst auf
läufst im Zimmer umher, zu allen Lichtschaltern
Licht an, Licht aus, und noch einmal
Denn jede brennende Glühbirne beruhigt Deinen Atem
auf dem Weg in den Keller, wo Du Kerzen holen willst
läufst im Zimmer umher, zu allen Lichtschaltern
Licht an, Licht aus, und noch einmal
Denn jede brennende Glühbirne beruhigt Deinen Atem
auf dem Weg in den Keller, wo Du Kerzen holen willst
Dann kommt Dir das Vorstellungsgespräch in den Sinn
zu dem Du übernächsten Freitag gehen sollst
Vor drei Tagen hast Du die Busverbindung studiert
dabei wie immer viel Zeit zum Umsteigen berechnet
Jetzt grübelst Du: Wäre es nicht sicherer, früher loszufahren?
zu dem Du übernächsten Freitag gehen sollst
Vor drei Tagen hast Du die Busverbindung studiert
dabei wie immer viel Zeit zum Umsteigen berechnet
Jetzt grübelst Du: Wäre es nicht sicherer, früher loszufahren?
Es könnte einen Stau geben
oder der Motor des Busses kaputtgehen
Vielleicht reißt auch ein Knopf von Deinem Hemd ab
Das sähe lächerlich aus
Der Chef würde Dich verachten und weghören
oder der Motor des Busses kaputtgehen
Vielleicht reißt auch ein Knopf von Deinem Hemd ab
Das sähe lächerlich aus
Der Chef würde Dich verachten und weghören
Wie Max, dem Du nicht erlaubt hast
Dich zu küssen
Du fühltest Dich bedroht, obwohl Du ihn sehr magst
Und er als echter Gentlemen
Blumen dabei hatte
Dich zu küssen
Du fühltest Dich bedroht, obwohl Du ihn sehr magst
Und er als echter Gentlemen
Blumen dabei hatte
Im Keller angekommen, musst Du nicht lange suchen
um die Kerzen zu finden, denn von ihnen gibt es genug
Ihr Anblick entspannt Deine Gesichtszüge
Du atmest lange aus und steckst in jede Deiner Taschen drei Kerzen
damit Du diese Nacht keine Angst zu haben brauchst
um die Kerzen zu finden, denn von ihnen gibt es genug
Ihr Anblick entspannt Deine Gesichtszüge
Du atmest lange aus und steckst in jede Deiner Taschen drei Kerzen
damit Du diese Nacht keine Angst zu haben brauchst
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Freitag, 14. November 2008
Wache
tobi-wan, 11:42h
Die Nacht geht, ein Tropfen bleibt. Er klammert sich an die Spitze eines Blattes und sieht aus, als fiele er gleich herunter.
Ich stehe davor, so nah es geht, wage mich nicht weiter.
In diesem Moment verbietet mir meine Faszination fast das Atmen. Jeder Hauch kann den Tropfen vernichten, und ich möchte nicht Schuld daran sein. In mir reift ein Entschluss:
Es ist meine Berufung, hier zu wachen! Ich werde dieses Kunstwerk beschützen, es in seiner Form erhalten, mich dafür hergeben!
Lacht ihr deshalb? Dann fragt Euch, bitte: Was ist es, das ihr bewacht?
Ich stehe davor, so nah es geht, wage mich nicht weiter.
In diesem Moment verbietet mir meine Faszination fast das Atmen. Jeder Hauch kann den Tropfen vernichten, und ich möchte nicht Schuld daran sein. In mir reift ein Entschluss:
Es ist meine Berufung, hier zu wachen! Ich werde dieses Kunstwerk beschützen, es in seiner Form erhalten, mich dafür hergeben!
Lacht ihr deshalb? Dann fragt Euch, bitte: Was ist es, das ihr bewacht?
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Samstag, 8. November 2008
Lebenszeichen
tobi-wan, 20:19h
Ich bin gar nicht ganz sicher, ob eine solche Bekanntmachung wirklich notwendig ist, aber:
Die Sommerpause befindet sich nicht in einem verfrühten Winterschlaf, sondern wird fortgesetzt. Zwei bis drei neue Texte warten auf die Bereitschaft ihres Verfassers, sie zu veröffentlichen. Bis dahin verweise ich besonders auf diesen klugen Blog, dessen Autor offensichtlich aus seinem kreativen Winterschlaf erwacht ist.
Ebenfalls aufwachen tut hoffentlich bald Amerika und beendet so seinen moralischen Albtraum der letzten acht Jahre.
Ich wünsche Obama, dass er Kraft und Verstand genug aufbringt, dem stilistischen Politikwechsel hin zu mehr Diplomatie, Offenheit, Verlässlichkeit und Konsens auch einen inhaltlichen folgen zu lassen, der nicht an einer Mauer unlösbarer Probleme zerbricht.
Die Sommerpause befindet sich nicht in einem verfrühten Winterschlaf, sondern wird fortgesetzt. Zwei bis drei neue Texte warten auf die Bereitschaft ihres Verfassers, sie zu veröffentlichen. Bis dahin verweise ich besonders auf diesen klugen Blog, dessen Autor offensichtlich aus seinem kreativen Winterschlaf erwacht ist.
Ebenfalls aufwachen tut hoffentlich bald Amerika und beendet so seinen moralischen Albtraum der letzten acht Jahre.
Ich wünsche Obama, dass er Kraft und Verstand genug aufbringt, dem stilistischen Politikwechsel hin zu mehr Diplomatie, Offenheit, Verlässlichkeit und Konsens auch einen inhaltlichen folgen zu lassen, der nicht an einer Mauer unlösbarer Probleme zerbricht.
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Freitag, 17. Oktober 2008
am boden
tobi-wan, 22:36h
ganz tief unten leben wir
lichtscheu und mit gesichtern voll dreck
wir plagen und quälen uns dabei selbst
alles für den höheren zweck
ihr da oben kennt uns nicht
aber lebt von dem, was wir schaffen
alles, was ihr könnt ist gaffen
und jeder blick verschmutzt uns mehr
niemals wart ihr in unserem dunst
bleibt stets unter euch, bei künstlichem licht
sonnt euch darin und werdet braun
betrachtet euer leben selbst als kunst
wir sind die pfeiler eurer häuser
geben euren kindern zu essen
an den schatten sind wir längst gewöhnt
seid ihr es auch, wenn wir euch mit runterziehen?
lichtscheu und mit gesichtern voll dreck
wir plagen und quälen uns dabei selbst
alles für den höheren zweck
ihr da oben kennt uns nicht
aber lebt von dem, was wir schaffen
alles, was ihr könnt ist gaffen
und jeder blick verschmutzt uns mehr
niemals wart ihr in unserem dunst
bleibt stets unter euch, bei künstlichem licht
sonnt euch darin und werdet braun
betrachtet euer leben selbst als kunst
wir sind die pfeiler eurer häuser
geben euren kindern zu essen
an den schatten sind wir längst gewöhnt
seid ihr es auch, wenn wir euch mit runterziehen?
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Sonntag, 12. Oktober 2008
Die Wahrheit der Nachbarn (eine Geschichte mit Niveau)
tobi-wan, 15:10h
„Joachim, hast Du mitbekommen, was der Junge von den Mayers gestern Abend veranstaltet hat?“
„Was?“
„Der Junge, na wie heißt er doch…komm nicht drauf…egal. Hat immer nur schwarze Klamotten an…“
„Achso. Der. Sebastian heißt er.
„Ja, genau, Sebastian. Zwischenzeitlich war die Musik bei dem dermaßen laut, und andauernd kamen schwarz gekleidete Leute.
„Aha. Hab nichts gesehen oder gehört.
„Wer weiß, was die da machen. Kommen mir halt schon echt komisch vor. Nicht, dass die da drüben so Teufelsmessen feiern. Joachim, hörst Du mir zu?“
„Klar.“
„Und dann letztens, da war Sebastian mit einem Freund oder so auf der Straße, und dann haben die über so Sachen geredet…JOACHIM!“
„…Ja…was für Sachen?“
„Na Du weißt schon…“
„Nö.“
„Geschlechtsverkehr…“
„Was?“
„Ge schlechts ver kehr…“
„WAAAAS???“
„GESCHLECHTSVERKEHR!!!“
„Achso. Du meinst Sex.
„Ja…“
„Ficken.“
„JOACHIM!“
„Bumsen.“
„JOACHIM!“
„Ist ja gut…NAGELN!“
„JOACHIM, wirklich jetzt!“
„Ok Ok. Also, Du hast natürlich Recht Schatz, wie immer. Teufelsmessen und Sex-Gespräche auf offener Straße sind daneben.
Gut, dass unserer Junge nicht so ist. Er sitzt oben, lernt fleißig, danach rezipiert er zusammen mit Betti Gedichte von Schiller und morgen tritt er im Debattier-Club auf.“
„Joachim, ich wusste, wir verstehen uns.“
„Was?“
„Der Junge, na wie heißt er doch…komm nicht drauf…egal. Hat immer nur schwarze Klamotten an…“
„Achso. Der. Sebastian heißt er.
„Ja, genau, Sebastian. Zwischenzeitlich war die Musik bei dem dermaßen laut, und andauernd kamen schwarz gekleidete Leute.
„Aha. Hab nichts gesehen oder gehört.
„Wer weiß, was die da machen. Kommen mir halt schon echt komisch vor. Nicht, dass die da drüben so Teufelsmessen feiern. Joachim, hörst Du mir zu?“
„Klar.“
„Und dann letztens, da war Sebastian mit einem Freund oder so auf der Straße, und dann haben die über so Sachen geredet…JOACHIM!“
„…Ja…was für Sachen?“
„Na Du weißt schon…“
„Nö.“
„Geschlechtsverkehr…“
„Was?“
„Ge schlechts ver kehr…“
„WAAAAS???“
„GESCHLECHTSVERKEHR!!!“
„Achso. Du meinst Sex.
„Ja…“
„Ficken.“
„JOACHIM!“
„Bumsen.“
„JOACHIM!“
„Ist ja gut…NAGELN!“
„JOACHIM, wirklich jetzt!“
„Ok Ok. Also, Du hast natürlich Recht Schatz, wie immer. Teufelsmessen und Sex-Gespräche auf offener Straße sind daneben.
Gut, dass unserer Junge nicht so ist. Er sitzt oben, lernt fleißig, danach rezipiert er zusammen mit Betti Gedichte von Schiller und morgen tritt er im Debattier-Club auf.“
„Joachim, ich wusste, wir verstehen uns.“
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Montag, 6. Oktober 2008
Verplant
tobi-wan, 01:10h
Der kleine Max schaute an seinem Vater empor und musste den Kopf weit in den Nacken legen, bis er oben angekommen war. Er machte das immer so, wenn er eine Frage hatte.
Nie konnte er darüber klagen, dass sein Vater nicht antwortete. Der bekam dann immer eine Stimme, mit der er nur zu Max sprach, und sonst zu niemandem. Darauf war Max stolz.
Er zog diese Stimme den anderen Stimmen seines Vaters vor, wie etwa der Chef-Stimme, der Mama-Stimme und der Nachbar-Stimme.
„Papa, warum wohnen wir in einem Haus und andere müssen auf der Straße schlafen?“
Sein Vater sah für einen Augenblick weiter aus dem Fenster, dann sagte er in seiner Max-Stimme:
„Weil Deine Mama und Ich immer sehr lange überlegen, bevor wir uns entscheiden, weißt Du?“
Max drehte seinen Kopf kurz zum Fenster und legte ihn bald darauf wieder in den Nacken.
„Was überlegt ihr denn?“
Die Augen des Vaters fixierten weiter einen Punkt im Garten.
„Wir fragen uns jedes Mal: Was passiert, wenn wir dies machen? Was geschieht, wenn wir das machen? Zum Schluss nehmen wir die Möglichkeit, die uns am meisten voranbringt.
Das nennt man Planung, mein Junge.“
Der Nacken von Max tat mittlerweile ein bisschen weh. Trotzdem dachte Max nicht daran, seinen Vater aus den Augen zu lassen.
„Und alle, die auf der Straße leben, haben nicht geplant?“
Im Gesicht des Vaters bewegte sich nichts, die Kopfhaltung blieb auch unverändert.
„Ja, so ist es. Mama und ich hingegen schreiben alle unsere Planungen in ein Notizbuch.
Da wir so viel überlegen, ist das im Laufe der Jahre richtig dick geworden.
Wenn Du schreiben kannst, schenke ich Dir auch eins.“
Max begann zu lächeln.
„Damit ich niemals auf der Straße wohnen werde?“
Der Vater gestattete sich nun ebenfalls ein kleines Schmunzeln, wenngleich er nach wie vor aus dem Fenster sah.
„Genau. Du wirst lernen, selber zu planen. Dann hast Du immer ein Dach über dem Kopf und kannst Deinem Kind oder Deinen Kindern später selber ein Notizbuch kaufen.“
Wie gewohnt war Max mit den Antworten seines Vaters zufrieden und schlief an diesem Abend schnell ein.
Wenige Zimmer weiter hingegen lag sein Vater noch lange wach.
Er hatte seinen Sohn belogen. Zwar gab es ein Notizbuch, aber er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie viele Seiten beschrieben waren, weil er es seit Jahren nicht angefasst hatte.
Allerdings wusste er, dass man die Seiten an einer Hand abzählen konnte, und ihr Inhalt taugte kaum, um eine Hütte zu bauen.
Nie konnte er darüber klagen, dass sein Vater nicht antwortete. Der bekam dann immer eine Stimme, mit der er nur zu Max sprach, und sonst zu niemandem. Darauf war Max stolz.
Er zog diese Stimme den anderen Stimmen seines Vaters vor, wie etwa der Chef-Stimme, der Mama-Stimme und der Nachbar-Stimme.
„Papa, warum wohnen wir in einem Haus und andere müssen auf der Straße schlafen?“
Sein Vater sah für einen Augenblick weiter aus dem Fenster, dann sagte er in seiner Max-Stimme:
„Weil Deine Mama und Ich immer sehr lange überlegen, bevor wir uns entscheiden, weißt Du?“
Max drehte seinen Kopf kurz zum Fenster und legte ihn bald darauf wieder in den Nacken.
„Was überlegt ihr denn?“
Die Augen des Vaters fixierten weiter einen Punkt im Garten.
„Wir fragen uns jedes Mal: Was passiert, wenn wir dies machen? Was geschieht, wenn wir das machen? Zum Schluss nehmen wir die Möglichkeit, die uns am meisten voranbringt.
Das nennt man Planung, mein Junge.“
Der Nacken von Max tat mittlerweile ein bisschen weh. Trotzdem dachte Max nicht daran, seinen Vater aus den Augen zu lassen.
„Und alle, die auf der Straße leben, haben nicht geplant?“
Im Gesicht des Vaters bewegte sich nichts, die Kopfhaltung blieb auch unverändert.
„Ja, so ist es. Mama und ich hingegen schreiben alle unsere Planungen in ein Notizbuch.
Da wir so viel überlegen, ist das im Laufe der Jahre richtig dick geworden.
Wenn Du schreiben kannst, schenke ich Dir auch eins.“
Max begann zu lächeln.
„Damit ich niemals auf der Straße wohnen werde?“
Der Vater gestattete sich nun ebenfalls ein kleines Schmunzeln, wenngleich er nach wie vor aus dem Fenster sah.
„Genau. Du wirst lernen, selber zu planen. Dann hast Du immer ein Dach über dem Kopf und kannst Deinem Kind oder Deinen Kindern später selber ein Notizbuch kaufen.“
Wie gewohnt war Max mit den Antworten seines Vaters zufrieden und schlief an diesem Abend schnell ein.
Wenige Zimmer weiter hingegen lag sein Vater noch lange wach.
Er hatte seinen Sohn belogen. Zwar gab es ein Notizbuch, aber er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie viele Seiten beschrieben waren, weil er es seit Jahren nicht angefasst hatte.
Allerdings wusste er, dass man die Seiten an einer Hand abzählen konnte, und ihr Inhalt taugte kaum, um eine Hütte zu bauen.
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Montag, 29. September 2008
Biography to go
tobi-wan, 03:10h
Ich habe neulich in den Untiefen des Internets diese witzig-kreative Idee gefunden.
Die Aufgabe lautet: Schreibe Deine Biographie in sechs Wörtern.
Es folgen unterschiedliche Versuche. Manche nach mehr, andere nach weniger Grübelei.
„Ok, dann mach ich es halt.“
„Betrachte das von der anderen Seite.“
„Lass uns doch bitte Freunde bleiben.“
„Das kann man echt nicht verallgemeinern.“
„Darauf müssen wir jetzt einen trinken.“
„Nein, ich will nicht Politiker werden.“
Mal sehen, eventuell gibt es bald mehr.
Ergänzung 29.09.2008
"Möge die Macht mit Dir sein."
"Morgens nachdenklich, mittags politisch, abends betrunken."
"Soll ich Dich noch nachhause fahren?"
"Der ist bestimmt total harmlos. AUA!"
Ergänzung 05.12.2008, und zwar von einem meiner besten Kumpels
"Bald hab' ich dich, glückliches Leben"
Die Aufgabe lautet: Schreibe Deine Biographie in sechs Wörtern.
Es folgen unterschiedliche Versuche. Manche nach mehr, andere nach weniger Grübelei.
„Ok, dann mach ich es halt.“
„Betrachte das von der anderen Seite.“
„Lass uns doch bitte Freunde bleiben.“
„Das kann man echt nicht verallgemeinern.“
„Darauf müssen wir jetzt einen trinken.“
„Nein, ich will nicht Politiker werden.“
Mal sehen, eventuell gibt es bald mehr.
Ergänzung 29.09.2008
"Möge die Macht mit Dir sein."
"Morgens nachdenklich, mittags politisch, abends betrunken."
"Soll ich Dich noch nachhause fahren?"
"Der ist bestimmt total harmlos. AUA!"
Ergänzung 05.12.2008, und zwar von einem meiner besten Kumpels
"Bald hab' ich dich, glückliches Leben"
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Sonntag, 14. September 2008
Der männliche Versuch, einer Frau für wenige Minuten in den Kopf zu schauen
tobi-wan, 16:21h
Vorbemerkung:
Es gibt ein Ernährungsprogramm, bei dem diversen essbaren Produkten Punkte zugeordnet wurden. Pro Tag darf Frau aber nur ein bestimmtes Kontingent an Punkten verballern, je nachdem, wie dünn sie werden will. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall wird es – medialer Gehirnwäsche powerd by Heidi Klum sei Dank- auch von Frauen betrieben, die ein solches Programm überhaupt nicht nötig hätten.
Es folgt der eigentliche Text:
Jetzt was essen? Hm, Hunger ist vorhanden. Oder nicht? Naja, doch. Ein bisschen, ja.
NEIN! Ok, essen, aber nur ne Kleinigkeit. Was mit wenigen Punkten. Mal sehen, wie´s im Kühlschrank aussieht…Nen Steak wär` jetzt gut…Ach verdammt, zu viele PUNKTE!
Aber wenn ich nur das Steak esse, und ansonsten gar nichts mehr, dann…SCHEIßE, nehm` ich eben den Apfel. Der ist bestimmt ebenfalls lecker. MAAAAN, alles nur wegen Enrique. Im Urlaub der Hengst, danach findet er mich zu fett! ARSCHLOCH! Gesagt hat er das zwar nie, aber sowas erkenne ich doch in seinen Augen. HACH… Diese tiefen, wissenden Augen…MIT DENEN DU STÄNDIG ANDERE WEIBER ANGUCKST, MISTSACK. Doch dann, saihne ssspannnische A k t e z ä h n t e… DEN JETZT BESTIMMT WIEDER LAURA IM OHR HAT, WÄHREND ER SIE VÖGELT!!!
Hmmm, Zorro, könnte ich doch nur noch einmal Deinen Degen spüren…
FUCK, Ich schmeiß` den scheiß Apfel weg und fress` fünf Kilo Schokolade.
Es gibt ein Ernährungsprogramm, bei dem diversen essbaren Produkten Punkte zugeordnet wurden. Pro Tag darf Frau aber nur ein bestimmtes Kontingent an Punkten verballern, je nachdem, wie dünn sie werden will. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall wird es – medialer Gehirnwäsche powerd by Heidi Klum sei Dank- auch von Frauen betrieben, die ein solches Programm überhaupt nicht nötig hätten.
Es folgt der eigentliche Text:
Jetzt was essen? Hm, Hunger ist vorhanden. Oder nicht? Naja, doch. Ein bisschen, ja.
NEIN! Ok, essen, aber nur ne Kleinigkeit. Was mit wenigen Punkten. Mal sehen, wie´s im Kühlschrank aussieht…Nen Steak wär` jetzt gut…Ach verdammt, zu viele PUNKTE!
Aber wenn ich nur das Steak esse, und ansonsten gar nichts mehr, dann…SCHEIßE, nehm` ich eben den Apfel. Der ist bestimmt ebenfalls lecker. MAAAAN, alles nur wegen Enrique. Im Urlaub der Hengst, danach findet er mich zu fett! ARSCHLOCH! Gesagt hat er das zwar nie, aber sowas erkenne ich doch in seinen Augen. HACH… Diese tiefen, wissenden Augen…MIT DENEN DU STÄNDIG ANDERE WEIBER ANGUCKST, MISTSACK. Doch dann, saihne ssspannnische A k t e z ä h n t e… DEN JETZT BESTIMMT WIEDER LAURA IM OHR HAT, WÄHREND ER SIE VÖGELT!!!
Hmmm, Zorro, könnte ich doch nur noch einmal Deinen Degen spüren…
FUCK, Ich schmeiß` den scheiß Apfel weg und fress` fünf Kilo Schokolade.
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Montag, 8. September 2008
Die bemitleidenswerte Prinzessin
tobi-wan, 18:22h
Es war einmal in einem kleinen Land, da lebte eine Prinzessin.
Ihr Vater, der König, hatte ihr den schönsten Palast bauen lassen, der mit Fleiß und Geld errichtet werden konnte. Alles war nur aus den teuersten Stoffen. Der Boden aus Marmor, die Decken aus Gold, und kein Zimmer blieb ohne Edelsteine. Doch oft kullerten der Prinzessin dicke Tränen die Wangen runter, während sie durch ihren Palast wanderte.
Der König bekam bald davon mit, und so rief er die Prinzessin zu sich und fragte sie nach dem Grund ihrer Trauer. Sie antwortete mit weinerlicher Stimme:
„Vater, ich bin so schrecklich einsam hier. Ich hatte noch nie einen jungen Mann an meiner Seite, der mich liebt.“
Der König antwortete verwundert:
„Aber geliebte Tochter, es vergeht kein Tag, da nicht drei oder vier Jünglinge aus den besten Familien des Landes vor Deiner Tür stehen. Gestern erst bat ein freundlicher junger Mann in hervorragender Rhetorik um Deine Gunst. Er war edlen Gemüts und hatte einen vorzüglichen Humor.“
Hier schnitt ihm die Prinzessin das Wort ab.
„Aber Vater, seine Nase! Die war ein wenig zu krumm, findet Ihr nicht?“
Der König fuhr fort.
„Und nach ihm kam ein Junge, von dessen stattlichem Auftreten, den breiten Schultern und dem forschen Gang die Dienerinnen noch Wochen reden werden.“
Die Prinzessin unterbrach ihn erneut.
„Aber Vater, sein Geschwätz! Er hat sich zwei Mal verhaspelt! Also ist er ein dummer Kerl, findet Ihr nicht?“
Erneut begann der König zu reden.
„Als drittes stand ein Jüngling in Deiner Vorhalle, der die besten Manieren von allen hatte.
Noch dazu konnte er Gedichte und sein Gesicht sah aus wie das eines Helden.“
Wie gewöhnlich fiel die Prinzessin ihrem Vater ins Wort.
„Aber Vater, sein Hut! Dessen Farbe war scheußlich. Jemand mit solch abartigem Geschmack passt nicht zu mir, findet Ihr nicht?“
Der König beließ es bei den Appellen, küsste seine Tochter zum Abschied auf die Stirn und flüsterte:
„Ich weiß, geliebte Tochter, Du verdienst den besten Mann der Welt. Eines Tages wird er kommen, dann musst Du ihn nur erkennen.“
Anschließend legte sich die Prinzessin in ihr großes, leeres Himmelbett und dachte an ihren Prinzen, wie er auf seinem makellosen Schimmel zu ihr ritt, mit seinem perfekten Körper, dem strahlensten Lächeln, dem klügsten Kopf und einem Herzen, welches ganz und gar ihr gehört. Und sie fing an zu onanieren, wie jeden Abend, weil ihr scheiß Prinz niemals kommen wird, oder falls doch, dann erst wenn sie alt und runzelig ist und er dann natürlich keinen Bock mehr auf sie hat, während nebenan ihre jüngere Schwester die ganzen abgelehnten Jungs durchpoppte, mächtig Spaß hatte, der älteren Schwester den letzten Schlaf raubte und damit bewies, dass jedes verdammte Märchen nen Happy-End haben kann. HAH!
Ihr Vater, der König, hatte ihr den schönsten Palast bauen lassen, der mit Fleiß und Geld errichtet werden konnte. Alles war nur aus den teuersten Stoffen. Der Boden aus Marmor, die Decken aus Gold, und kein Zimmer blieb ohne Edelsteine. Doch oft kullerten der Prinzessin dicke Tränen die Wangen runter, während sie durch ihren Palast wanderte.
Der König bekam bald davon mit, und so rief er die Prinzessin zu sich und fragte sie nach dem Grund ihrer Trauer. Sie antwortete mit weinerlicher Stimme:
„Vater, ich bin so schrecklich einsam hier. Ich hatte noch nie einen jungen Mann an meiner Seite, der mich liebt.“
Der König antwortete verwundert:
„Aber geliebte Tochter, es vergeht kein Tag, da nicht drei oder vier Jünglinge aus den besten Familien des Landes vor Deiner Tür stehen. Gestern erst bat ein freundlicher junger Mann in hervorragender Rhetorik um Deine Gunst. Er war edlen Gemüts und hatte einen vorzüglichen Humor.“
Hier schnitt ihm die Prinzessin das Wort ab.
„Aber Vater, seine Nase! Die war ein wenig zu krumm, findet Ihr nicht?“
Der König fuhr fort.
„Und nach ihm kam ein Junge, von dessen stattlichem Auftreten, den breiten Schultern und dem forschen Gang die Dienerinnen noch Wochen reden werden.“
Die Prinzessin unterbrach ihn erneut.
„Aber Vater, sein Geschwätz! Er hat sich zwei Mal verhaspelt! Also ist er ein dummer Kerl, findet Ihr nicht?“
Erneut begann der König zu reden.
„Als drittes stand ein Jüngling in Deiner Vorhalle, der die besten Manieren von allen hatte.
Noch dazu konnte er Gedichte und sein Gesicht sah aus wie das eines Helden.“
Wie gewöhnlich fiel die Prinzessin ihrem Vater ins Wort.
„Aber Vater, sein Hut! Dessen Farbe war scheußlich. Jemand mit solch abartigem Geschmack passt nicht zu mir, findet Ihr nicht?“
Der König beließ es bei den Appellen, küsste seine Tochter zum Abschied auf die Stirn und flüsterte:
„Ich weiß, geliebte Tochter, Du verdienst den besten Mann der Welt. Eines Tages wird er kommen, dann musst Du ihn nur erkennen.“
Anschließend legte sich die Prinzessin in ihr großes, leeres Himmelbett und dachte an ihren Prinzen, wie er auf seinem makellosen Schimmel zu ihr ritt, mit seinem perfekten Körper, dem strahlensten Lächeln, dem klügsten Kopf und einem Herzen, welches ganz und gar ihr gehört. Und sie fing an zu onanieren, wie jeden Abend, weil ihr scheiß Prinz niemals kommen wird, oder falls doch, dann erst wenn sie alt und runzelig ist und er dann natürlich keinen Bock mehr auf sie hat, während nebenan ihre jüngere Schwester die ganzen abgelehnten Jungs durchpoppte, mächtig Spaß hatte, der älteren Schwester den letzten Schlaf raubte und damit bewies, dass jedes verdammte Märchen nen Happy-End haben kann. HAH!
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Outing
tobi-wan, 02:59h
Lieber Leser,
glaube mir, es fällt einem Mann nicht leicht, Dinge zuzugeben, die anderen Menschen ein komplett neues Bild von einem selbst geben. Doch nach langer Zeit der Verzweiflung und Selbstleugnung habe ich erkannt, dass all die Lügen, all das tägliche Theaterspielen mich auf die Dauer kaputt machen und ich so nicht glücklich werden kann. Ich habe erkannt, dass es so nicht weitergehen kann.
Ja, lieber Leser, ich möchte heute etwas klarstellen: Ja, ich bin schwul.
Schwul, ein Homo. Na und? Ich träume schon seit meiner frühen Jugend vom Poficken und ich habe mich immer dafür geschämt. Doch warum eigentlich? Es gibt so viele, die genauso denken, genauso fühlen wie ich. Bin ich deshalb ein schlechterer Mensch? Kann man mir deshalb nicht mehr vertrauen? Ich weiß, dass viele Menschen Vorurteile gegen Homosexuelle haben. Gut, es ist "normal", hetero zu sein und nicht mit rosa Tütü durchs Haus zu laufen, doch schließlich schmeckt auch nicht jedem Menschen Pizza oder Vanilleeis. Ich zum Beispiel esse viel lieber Erdbeere, wie einige meiner Freunde sicher schon wissen. Das kümmert doch auch keinen.
Lieber Leser, ich merke, dass ich gerade dazu neige, mich in meinen Ausführungen und meinen Gedanken zu verlieren und möchte deswegen hier enden. Ich hoffe, Du siehst in mir jetzt nicht einen komplett neuen Menschen (im negativen Sinne), denn das bin ich nicht.
Da ich den Glauben an eine gute Welt noch nicht verloren habe, baue ich auf Deine Toleranz meiner sexuellen Andersartigkeit gegenüber. Es war nicht leicht, diese zu outen, doch jetzt fühle ich mich wie erlöst! Es tut gut, endlich der zu sein, der man wirklich ist! Kein Vortäuschen von Erregtheit bei Gucken eines Heteropornos mehr, kein falsches Image von wegen Rockmusikfan mehr! Jetzt kann ich endlich lauthals George Michael mittirilieren und jeden Tag "Spaceship Surprise" (übrigens mein absoluter Lieblingsfilm!) gucken. Hach, ist das Leben doch herrlich!
Ach ja, ich hoffe, mein neues Bloglayout gefällt auch Dir, wenngleich es etwas ungewohnt ist. Dafür ist es schön bunt.
glaube mir, es fällt einem Mann nicht leicht, Dinge zuzugeben, die anderen Menschen ein komplett neues Bild von einem selbst geben. Doch nach langer Zeit der Verzweiflung und Selbstleugnung habe ich erkannt, dass all die Lügen, all das tägliche Theaterspielen mich auf die Dauer kaputt machen und ich so nicht glücklich werden kann. Ich habe erkannt, dass es so nicht weitergehen kann.
Ja, lieber Leser, ich möchte heute etwas klarstellen: Ja, ich bin schwul.
Schwul, ein Homo. Na und? Ich träume schon seit meiner frühen Jugend vom Poficken und ich habe mich immer dafür geschämt. Doch warum eigentlich? Es gibt so viele, die genauso denken, genauso fühlen wie ich. Bin ich deshalb ein schlechterer Mensch? Kann man mir deshalb nicht mehr vertrauen? Ich weiß, dass viele Menschen Vorurteile gegen Homosexuelle haben. Gut, es ist "normal", hetero zu sein und nicht mit rosa Tütü durchs Haus zu laufen, doch schließlich schmeckt auch nicht jedem Menschen Pizza oder Vanilleeis. Ich zum Beispiel esse viel lieber Erdbeere, wie einige meiner Freunde sicher schon wissen. Das kümmert doch auch keinen.
Lieber Leser, ich merke, dass ich gerade dazu neige, mich in meinen Ausführungen und meinen Gedanken zu verlieren und möchte deswegen hier enden. Ich hoffe, Du siehst in mir jetzt nicht einen komplett neuen Menschen (im negativen Sinne), denn das bin ich nicht.
Da ich den Glauben an eine gute Welt noch nicht verloren habe, baue ich auf Deine Toleranz meiner sexuellen Andersartigkeit gegenüber. Es war nicht leicht, diese zu outen, doch jetzt fühle ich mich wie erlöst! Es tut gut, endlich der zu sein, der man wirklich ist! Kein Vortäuschen von Erregtheit bei Gucken eines Heteropornos mehr, kein falsches Image von wegen Rockmusikfan mehr! Jetzt kann ich endlich lauthals George Michael mittirilieren und jeden Tag "Spaceship Surprise" (übrigens mein absoluter Lieblingsfilm!) gucken. Hach, ist das Leben doch herrlich!
Ach ja, ich hoffe, mein neues Bloglayout gefällt auch Dir, wenngleich es etwas ungewohnt ist. Dafür ist es schön bunt.
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